Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Türkeireise: Bundespräsident Wulff zieht positive Bilanz
Mehr Welt Politik Türkeireise: Bundespräsident Wulff zieht positive Bilanz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:26 22.10.2010
Bundespräsident Christian Wulff und Ehefrau Bettina, der Präsident der Republik Türkei, Abdullah Gül (l.) und Ehefrau Hayrünnisa Gül unterhalten sich bei einem Defilee zum Staatsbankett zu Ehren des Bundespräsidentenpaares.
Bundespräsident Christian Wulff und Ehefrau Bettina, der Präsident der Republik Türkei, Abdullah Gül (l.) und Ehefrau Hayrünnisa Gül unterhalten sich bei einem Defilee zum Staatsbankett zu Ehren des Bundespräsidentenpaares. Quelle: dpa
Anzeige

Bundespräsident Christian Wulff hat seinen türkischen Amtskollegen Abdullah Gül nach Deutschland eingeladen. Am letzten Tag seiner Türkeireise zog Wulff am Freitag eine „extrem positive Bilanz“. „Ich habe in jeder Phase des Besuches das Vertrauen gegenüber Deutschland gespürt“, sagte Wulff in Istanbul.

Es sei in großer Offenheit auch über kritische Themen gesprochen worden, sagte Wulff. Er habe große Übereinstimmung in den wesentlichen politischen Fragen festgestellt. Die Türkei sei auf dem Weg zu einer erfolgreichen Wirtschaftsnation.

Wulff traf in Istanbul Bartholomäus I., den orthodoxen Patriarchen von Konstantinopel. Während seines Türkei-Besuchs hat der Bundespräsident wiederholt mehr Religionsfreiheit für die Christen in der Türkei gefordert.

Der Patriarch warnte bei dem Treffen mit Wulff vor religiösem Fanatismus und Extremismus. Dies sei eine Gefahr, sagte er. „Zwischen den Religionen muss es auf allen Ebenen einen Dialog geben“, sagte er.

Wulff wirbt für Öffnung der Unis für Ausländer

Bundespräsident Christian Wulff hat für eine stärkere Öffnung der deutschen Universitäten für ausländische Fachkräfte geworben. Bei der Grundsteinlegung für die Deutsch-Türkische Universität in Istanbul ermutigte er am Freitag auch die in Deutschland lebenden türkischstämmigen Jugendlichen, einen Hochschulabschluss zu erwerben.

Zur Anwerbung ausländischer Forscher sagte er: „Ziel muss es sein, die besten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Europa und der Welt davon zu überzeugen, wie attraktiv das Forschen in Deutschland ist.“
Die 2008 mit einem Regierungsabkommen vereinbarte neue Hochschule in Istanbul soll möglichst im Wintersemester 2011/2012 unter Mitwirkung deutscher Partnerunis ihre Arbeit aufnehmen. Bis zu 5000 Studenten sollen dort einmal an fünf Fakultäten studieren können - von den Naturwissenschaften bis zu den Geisteswissenschaften.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

dpa

Mehr zum Thema

Ein Prophet im fremden Land: Bundespräsident Christian Wulff wird ausgerechnet auf seiner Türkeireise in der Heimat zum Liebling – nur die Union hält sich mit Lob zurück.

Reinhard Urschel 22.10.2010

Bundespräsident Christian Wulff gibt CSU-Chef Horst Seehofer im Integrationsstreit Kontra: Wulff lehnte bei seinem Besuch in Ankara einen Zuzugstopp für Zuwanderer aus der Türkei ab - gleichzeitig verlangt er aber eine Akzeptanz der deutschen Gesellschaftsordnung.

22.10.2010

Unter dem Eindruck der hitzigen Zuwanderungsdebatte in Deutschland ist Christian Wulff zu einem fünftägigen Staatsbesuch in die Türkei gereist. Als erster Bundespräsident spricht er am Dienstag vor dem türkischen Parlament in Ankara.

18.10.2010