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Politik Türkei bittet Nato um „Patriot“-Flugabwehrraketen
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18:28 21.11.2012
Die Türkei hat bei der NATO das Raketen-Abwehrsystem "Patriot" beantragt. Quelle: dpa
Brüssel

Die Türkei hat die Nato um die Entsendung von Luftabwehrraketen vom Typ „Patriot“ gebeten. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen teilte am Mittwoch in Brüssel mit, das Bündnis werde jetzt „ohne Verzögerung“ über diesen Wunsch entscheiden. In ihrer Anfrage betonte die Türkei, der Einsatz der „Patriot“ sei „rein defensiv“ und diene nicht dazu, eine Flugverbotszone einzurichten.

Damit steht ein Einsatz von Bundeswehrsoldaten im türkischen Grenzgebiet zu Syrien bevor. „Es liegt jetzt bei den einzelnen Nato-Staaten, die über „Patriots“ verfügen - Deutschland, die Niederlande und die USA -, zu entscheiden, ob sie diese für den Einsatz in der Türkei bereitstellen und für wie lange“, heißt es in einer Erklärung Rasmussens vom Mittwoch.

Die Türkei habe in ihrer Anfrage betont, dass sie die Abwehrraketen für den Schutz der Bevölkerung und des Staatsgebietes erbitte und dass diese „zur Deeskalation der Krise an der südöstlichen Nato-Grenze beitragen“ würden. „In ihrem Brief hat die türkische Regierung betont, dass die Stationierung rein defensiv ist und dass sie in keiner Weise eine Flugverbotszone oder irgendeine offensive Operation unterstützen soll“, erklärte Rasmussen.

In der kommenden Woche werde ein gemeinsames Team von türkischen und Nato-Experten mögliche Stationierungsorte prüfen. „Die Sicherheit des Bündnisses ist unteilbar. Die Nato ist entschlossen, allen Drohungen entgegenzutreten und die territoriale Unversehrtheit der Türkei zu verteidigen“, hieß es.

Eine Entsendung von zwei Batterien dieser Abwehrraketen würde bedeuten, dass mehr als 170 deutsche Soldaten in das Grenzgebiet verlegt werden. Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière hatte schon am Montag in Brüssel erklärt, die deutsche Regierung werde eine solche Anfrage „solidarisch prüfen“. Er halte Bündnissolidarität mit der Türkei für selbstverständlich.

Hintergrund:

Das amerikanische Waffensystem „Patriot“ dient der Abwehr von Flugzeug- und Raketenangriffen. Von mobilen Abschussrampen starten beim Typ Pac-3 Flugkörper, die maximal fünffache Schallgeschwindigkeit erreichen. Von einem System mehrerer Radargeräte gesteuert, können sie Ziele in einer Entfernung von bis zu 45 Kilometern treffen. Eine Abfangrakete hat eine Länge von 5,2 Metern und einen Durchmesser von 25 Zentimetern. Das Startgewicht liegt bei 312 Kilogramm. Das Flugabwehrraketen-System wurde ab Ende der 60er Jahre in den USA als SAM-D (Surface-To-Air Missiles, Development - Boden-Luft-Raketen) entwickelt und seit 1982 in den USA eingesetzt. Die Bundeswehr verfügt seit 1989 über „Patriot“-Raketen.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

dpa

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