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Politik Türkei-Einsatz der Bundeswehr hat begonnen
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12:46 08.01.2013
Die Raketen des "Patriot"-Flugabwehrsystems werden am Dienstagmorgen in Lübeck-Travemünde verschifft. Quelle: dpa
Lübeck-Travemünde

Die ersten Bundeswehrsoldaten sind zur Stationierung von "Patriot"-Abwehrraketen in die Türkei aufgebrochen. Ein Vorauskommando mit 20 deutschen und rund 30 niederländischen Kräften flog am Dienstag von Eindhoven in die südtürkische Stadt Adana ab. Gleichzeitig begann im Hafen von Lübeck-Travemünde die Verschiffung von rund 300 Fahrzeugen und 130 Containern mit militärischer Ausrüstung.

Zum Schutz des Nato-Partners Türkei vor Angriffen aus dem Bürgerkriegsland Syrien entsenden die Niederlande, Deutschland und die USA jeweils zwei Raketenabwehrstaffeln. Insgesamt werden bis zu 350 deutsche Soldaten rund 100 Kilometer von der Grenze zu Syrien entfernt stationiert.

"Der Einsatz ist ein deutliches Signal für die Solidarität innerhalb der Nato", sagte der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Generalleutnant Rainer Glatz, bei der Verabschiedung des Vorauskommandos in Eindhoven. "Wir haben die Solidarität der Nato im Kalten Krieg erfahren, und jetzt können wir diese auch der Türkei geben." Der niederländische General Leo Beulen betonte, dass es um einen rein defensiven Einsatz gehe. "Wir gehen dorthin, um die türkische Bevölkerung zu schützen und eine Eskalation des Konflikts zu verhindern."

Für die deutschen "Patriot"-Staffeln ist es nach zahlreichen Übungsmanövern der erste Einsatz. Die Ausrüstung, die mit einem dänischen Schiff ins Einsatzgebiet gebracht wird, soll am 21. Februar in der Türkei ankommen. In der kommenden Woche soll auch der größte Teil der deutschen Soldaten in die Türkei aufbrechen.

Der Bundestag hatte Mitte Dezember die Entsendung der Waffensysteme mit großer Mehrheit beschlossen. Das Mandat ist zunächst bis Februar 2014 begrenzt. Die Kosten beziffert die Bundesregierung auf etwa 25 Millionen Euro. Die rein defensive Ausrichtung des Einsatzes war die Voraussetzung für eine deutsche Beteiligung. Die Reichweite der Raketen liegt bei 68 Kilometern. Damit können sie von ihrem künftigen Standort Kahramanmaras im Süden der Türkei das etwa 100 Kilometer entfernte Syrien nicht erreichen.

Bislang gab es aus Syrien noch keinen einzigen Raketen-Angriff auf die Türkei. Durch syrische Granaten wurden allerdings mehrere Menschen getötet. Die Türkei hatte daraufhin die Nato um Hilfe gebeten. Das Bundestagsmandat umfasst auch den Einsatz von deutschen Soldaten, die bei der Überwachung des türkischen Luftraums mit Awacs-Aufklärungsflugzeugen helfen.

Warum die Türkei das Flugabwehrsystem "Patriot" haben will

Die Türkei gilt als das am meisten bedrohte Nachbarland des seit fast zwei Jahren anhaltenden innersyrischen Konflikts. Zum Schutz seiner wichtigen Infrastruktur hat Ankara Ende vergangenen Jahres um NATO-Unterstützung gebeten. Im Rahmen der Operation "Active Fence Turkey" beteiligen sich nun die USA, Deutschland und die Niederlande mit "Patriot"-Raketeneinheiten am Schutz des NATO-Bündnispartners vor möglichen Raketenangriffen aus Syrien.

"Patriot" gilt als das modernste westliche Flugabwehrsystem und wird in weltweit knapp 80 Länder exportiert. Die meisten Systeme sind allerdings noch im sogenannten Rüstzustand PAC-1. Allein die USA, Deutschland und die Niederlande haben ihre Raketen auf den neuesten Standard PAC-3 aufgerüstet, der ab 2001 auf den Markt kam.

In der neuesten Konfiguration können auch ballistische Raketen mit einer Reichweite von bis zu 1000 Kilometer abgefangen werden. Die Bundeswehr verfügt derzeit über 24 operationell nutzbare Feuereinheiten vom Typ "Patriot". Eine solche Feuereinheit besteht aus einem Feuerleitstand, einem Multifunktionsradar und je nach Auftrag aus bis zu acht Startgeräten mit vier oder acht Lenkflugkörpern pro Startgerät in der Erstbeladung.

dpa/dapd

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