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Politik Terrorabwehr in den USA auf dem Prüfstand
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14:47 01.01.2010
US-Präsident Barack Obama Quelle: ap
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Ein erster Bericht, der Präsident Barack Obama an seinem Urlaubsort auf Hawaii übergeben wurde, legte nach Angaben aus Regierungskreisen eklatante Mängel im System sowie Pannen bei den beteiligten Sicherheitsbehörden offen. Obama wird in der kommenden Wochen mit den Chefs der Geheimdienste über Konsequenzen beraten. Auch der Kongress kündigte eine eingehende Untersuchung an.

Obama ließ sich an Silvester auf Hawaii in getrennten Gesprächen von Heimatschutzministerin Janet Napolitano und seinem Berater für Heimatschutz und Terrorabwehr, John Brennan, über die ersten internen Untersuchungsergebnisse unterrichten. Bereits zuvor hatte der Präsident im Zusammenhang mit dem fehlgeschlagenen Anschlag auf eine Maschine der Northwest Airlines den Geheimdiensten „potenziell katastrophale“ Sicherheitslücken vorgeworfen und von einer „Mischung aus menschlichem und systemischem Versagen“ gesprochen.

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Die Sicherheitsbehörden hatten schon vorher Hinweise auf den aus Nigeria stammenden Täter Umar Farouk Abdulmutallab, waren diesen aber nicht nachgegangen. Zu dem verhinderten Anschlag am Weihnachtstag auf das Flugzeug auf dem Weg von Amsterdam nach Detroit bekannte sich die Terrororganisation Al Kaida auf der arabischen Halbinsel.

Der Geheimdienstausschuss des Senats wird sich am 21. Januar in einer Anhörung mit den Sicherheitspannen befassen. Der republikanische Senator Kit Bond kündigte harte Fragen an die Verantwortlichen an.

Sicherheitspannen auch im Jemen

Dem Anschlagsversuch gingen aber offenbar auch Sicherheitspannen im Jemen voraus. Sicherheitsbeamte des arabischen Landes teilten am Donnerstag mit, Abdulmutallab habe sich noch bis zur ersten Dezemberwoche im Jemen aufgehalten, obwohl sein Visum bereits am 21. September abgelaufen sei. Bei der Passkontrolle auf dem Flughafen in Sanaa hätte der nigerianische Staatsbürger aufgehalten werden müssen, sagten die Sicherheitsbeamten.

Der Leiter der von Abdulmutallab besuchten Schule in Sanaa, Muhammad al Anisi, erklärte, die Schule habe am 21. September für Abdulmutallab ein Taxi zum Flughafen bestellt. „Unsere Verantwortung für ihn endete an diesem Tag.“ Wo sich Abdulmutallab danach aufhielt, ist unbekannt.

apd

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