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Politik Teilergebnisse der Wahl mit Spannung erwartet
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19:11 24.08.2009
Teilergebnisse der Wahl Afghanistan Spannung  Mullen Terrorwarnung fortsetzung Einzelheiten Ermordung afghanischem TV-Reporter
UN-Sondergesandte für Afghanistan Kai Eide (r.) forderte alle Beteiligten zu „Geduld“ auf. Quelle: Massoud Hossaini/afp
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Mit Warnungen vor neuen Terroranschlägen warb US-Generalstabschef Mike Mullen um Unterstützung für den Einsatz am Hindukusch.

Die Wahlkommission kündigte an, am Dienstag solle das Ergebnis der Auszählung von rund zehn Prozent der Stimmen bei den kombinierten Präsidenten- und Provinzwahlen vom Donnerstag bekanntgegeben werden. Ein erstes umfassendes Ergebnis könne zwischen dem 3. und 7. September mitgeteilt werden, sagte der Sprecher der Kommission, Nur Mohammed Nur. Das amtliche Endergebnis wird zwischen dem 17. und 21. September erwartet.

Hinter den Kulissen wird nach Darstellung eines westlichen Diplomaten darüber verhandelt, Karsais wichtigsten Herausforderer Abdullah zu einem Eingeständnis seiner Niederlage im ersten Wahlgang zu bewegen. Offiziell bestreiten beide Lager Verhandlungen. Karsai hatte seinem früheren Außenminister Abdullah in einer frühen Phase des Wahlkampfs angeboten, er könne bei einem Verzicht auf die Kandidatur das neu zu schaffende Amt des Regierungschefs ausüben.

Eide sprach der Kommission für Wahlbeschwerden (ECC) sein Vertrauen aus. Er sei sicher, dass die ECC „so intensiv wie möglich arbeiten“ werde. Am Sonntag gabe die ECC bekannt, sie habe 225 Beschwerden angenommen, von denen 35 vorrangig bearbeitet werden sollen. Die ECC kann die in bestimmten Wahlbüros abgegebenen Stimmen für ungültig erklären oder dort neue Wahlen verlangen, wenn sie von massivem Betrug ausgeht.

Generalstabschef Mullen sagte im US-Fernsehen, die Unterstützung für die Umtriebe des Terrornetzwerks El Kaida durch die Taliban habe zugenommen. Das mache den US-Einsatz am Hindukusch um so dringlicher. Das Netzwerk El Kaida bleibe zu neuen Anschlägen in den USA fähig, warnte Mullen. Die Unterstützung von El Kaida durch die Taliban in Afghanistan und Pakistan nehme zu, sagte Mullen.

In den Stammesgebieten im Nordwesten Pakistans erschossen Unbekannte am Montag einen afghanischen TV-Journalisten. Der 40-jährige Dschanullah Haschimsada war nach Behördenangaben mit einem Bus auf dem Weg nach Peshawar, als Aufständische im Bezirk Khyber das Fahrzeug stoppten, den Mann aus dem Bus zerrten und töteten. Der Vorsitzende des Presseclubs von Peshawar, Shamin Shahid, sprach von einer „gezielten Ermordung“ Haschimsadas. Dieser habe über die Taliban und den pakistanischen Geheimdienst „zu viel gewusst“.

afp

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