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Politik Tausende gehen in Dresden gegen Neonazis auf die Straßen
Mehr Welt Politik Tausende gehen in Dresden gegen Neonazis auf die Straßen
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13:48 19.02.2011
Menschen aus Dresden und der ganzen Republik machen mobil gegen Rechtsextremismus.
Menschen aus Dresden und der ganzen Republik machen mobil gegen Rechtsextremismus. Quelle: dpa
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Mehrere tausend Menschen sind am Samstag aus Protest gegen einen Neonazi-Aufmarsch in Dresden auf die Straße gegangen. Die Polizei versuchte mit massiven Kontrollen, die politischen Lager voneinander zu trennen. Dabei kamen auch Reizgas und Wasserwerfer zum Einsatz. Es gab auch einige Festnahmen. Ursprünglich sollte die Elbe als natürliche Grenze genutzt werden. Das misslang aber. Es gab mehrere Versuche von Gegendemonstranten, an die Neonazis heranzukommen, sagte ein Polizeisprecher. „Wir halten die Lager getrennt.“

Hunderte Gegendemonstranten versperrten die vermutete Marschroute der Rechtsextremen. Sie hatten die Absperrungen durchbrochen und saßen südlich des Hauptbahnhofs auf der Fahrbahn. Sie wurden von der Polizei bewacht.

Zuvor hatte es bereits erste Auseinandersetzungen zwischen linken Gegendemonstranten und der Polizei gegeben. Die Beamten hätten Reizgas einsetzen müssen, um die gebotene Trennung der politischen Lager einzuhalten, sagte eine Sprecherin. Es seien auch Wasserwerfer gegen Demonstranten eingesetzt worden; Polizisten seien mit Feuerwerk beschossen worden. Bei mehreren Auseinandersetzungen wurden Beamte und Demonstranten verletzt. Zahlen nannte die Polizei aber nicht.

Nach Angaben des Bündnisses „Nazifrei! - Dresden stellt sich quer“, das zu Blockaden aufgerufen hatte, wollten sich 10 000 Menschen aus ganz Deutschland den Nazis in den Weg stellen. Rund 2000 Menschen würden von der Polizei „in mehreren Kesseln“ festgehalten, es habe Knüppel- und Tränengaseinsätze gegeben. „Wir werden weitermachen, bis der Nazi-Aufmarsch Geschichte ist“, teilte eine Sprecherin Franziska Radtke. In vielen Dresdner Kirchen wurden Mahnwachen gegen den Aufmarsch der Rechtsextremen abgehalten. Die Grünen-Politikerin und Kirchentagspräsidentin Katrin Göring-Eckardt betete mit Bundes- und Landespolitikern. Der Evangelische Kirchentag ist in diesem Sommer in Dresden zu Gast.

Das juristische Tauziehen um die Aufmärsche der Rechtsextremen hatte bis zuletzt angehalten. Nach Beschwerden und neuen Auflagen der Stadt Dresden hatte das Verwaltungsgericht am späten Freitagabend die Versammlungen der Rechtsextremen genehmigt. Sie waren von zwei Privatpersonen und der Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland (JLO) angemeldet worden.

Der Artikel wurde aktualisiert.

dpa