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Politik Tausende demonstrieren vor Tiananmen-Jahrestag
Mehr Welt Politik Tausende demonstrieren vor Tiananmen-Jahrestag
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11:12 01.06.2009
Gedenkveranstaltungen an die Niederschlagung der Studentenproteste Quelle: Foto: Richard A. Brooks/AFP

Unter den Demonstranten war auch der heute in den USA im Exil lebende einstige Studentenführer Xiong Yan.

„Hongkong ist zum Gewissen Chinas geworden“, sagte der Hongkonger Abgeordnete Lee Cheuk Yan, einer der Organisatoren der alljährlichen Gedenkmärsche. Von Hongkong gehe Druck auf die Regierung in Peking aus, „ihre Fehler einzugestehen“. Ex-Studentenführer Xiong zeigte sich „sehr überrascht“, dass ihm in diesem Jahr - erstmals seit 17 Jahren - die Einreise nach Hongkong gestattet wurde. „Ich hoffe, künftig nicht nur nach Hongkong, sondern auch nach Peking reisen zu können“, sagte Xiong.

Anderen Ex-Studentenführern wurden die Einreise verweigert. Der dänische Bildhauer Jens Galschiot, der sich den Protesten in Hongkong anschließen wollte, wurde fünf Stunden festgehalten und dann nach Zürich abgeschoben. Galschiots Skulptur „Schandsäule“ erinnert an der Universität Hongkong an die Toten vom Tiananmen-Platz.

In der Nacht zum 4. Juni 1989 rollten Panzer auf den Platz des Himmlischen Friedens, auf dem sich seit dem 17. April eine Demokratie-Bewegung entwickelt hatte. Nach Angaben westlicher Beobachter wurden damals 50.000 Soldaten mobilisiert. Die Stadtverwaltung von Peking sprach nach dem Einsatz von 241 Toten, Menschenrechtsorganisationen gehen von bis zu mehreren tausend Toten aus. Der katholische Kardinal Joseph Zen forderte am Montag, die kommunistische Führung in Peking müsse die Ereignisse von 1989 neu bewerten - „das wäre zum Vorteil der ganzen Nation“.

Zwischen Peking und der Regierung in Kopenhagen gab es neue Spannungen, weil der Dalai Lama vom dänischen Ministerpräsidenten Lars Loekke Rasmussen empfangen wurde. Rasmussen habe trotz zahlreicher Ermahnungen Chinas darauf bestanden, das geistliche Oberhaupt der Tibeter zu treffen, der Dalai Lama sei für „separatistische Aktivitäten“ nach Dänemark gereist, kritisierte der chinesische Außenamtssprecher Qin Gang. Das Treffen verstoße zutiefst gegen Chinas Interessen und belaste die bilateralen Beziehungen. Der Dalai Lama wurde am Sonntag bei seiner Weiterreise Richtung Island von hunderten Anhängern bejubelt.

Der Tiananmen-Platz ist so groß wie 88 Fußballfelder und wird strengstens überwacht. Beim Morgengrauen zieht eine Flaggeneinheit bewaffneter Polizisten jeweils die chinesische Flagge auf. Die Zeremonie wird in der Regel von hunderten oder tausenden Schaulustigen verfolgt. Auf dem Höhepunkt der Demokratiebewegung vor 20 Jahren versammelten sich Hunderttausende auf dem Platz. Neben dem Mausoleum von Mao Tse-tung wurde eine Replik der Freiheitsstatue errichtet, die am Morgen des 4. Juni von einem Panzerfahrzeug niedergerissen wurde.

AFP

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