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Politik Tausende Studenten und Schüler fordern Bildungsreformen
Mehr Welt Politik Tausende Studenten und Schüler fordern Bildungsreformen
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11:03 21.06.2009
Seifenblasen für Verbesserungen im Bildungssystem. Quelle: Clemens Bilan/ddp
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Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) gab eine Zahl von rund 5000 Demonstranten an. Die Polizei zählte etwa 3000 Teilnehmer. Auch Auszubildende nahmen an der Kundgebung teil.

Die Proteste verliefen weitgehend friedlich. Nach Abschluss der Demonstration blockierten rund Teilnehmer eine Straßenkreuzung in der Innenstadt. Die Blockierer ließen sich von Polizisten wegtragen. Die Polizei nahm 150 Personen in Gewahrsam, darunter einige Kinder und Jugendliche. Gegen die Erwachsenen und die Jugendlichen wird nun wegen Nötigung und Widerstands ermittelt.

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Die Demonstranten forderten mehr Geld für Bildung. Zudem verlangten sie die Abschaffung von Kopfnoten und ein Ende der Studiengebühren. „Mit der Demonstration und den Teilnehmerzahlen sind wir sehr zufrieden. Das war ein gelungener Abschluss der Protestwoche und gleichzeitig ein gelungener Auftakt zu weiteren Protesten“, sagte Finn Siebert vom Bildungsstreikbündnis. Nun könne niemand mehr sagen, die Jugend mische sich nicht genug ein.

„Wir lassen es uns nicht länger bieten, in maroden Schulgebäuden mit veraltetem Lehrmaterial zu lernen. Wir, die Jugend von heute, sind die Gesellschaft von morgen“, sagte Lara Turek von der Landesschülervertretung. „Deshalb ist gute Bildung extrem wichtig, denn die Gesellschaft von morgen sollte aus Menschen bestehen, die ihr Umfeld reflektieren und hinterfragen können und nicht einfach nur tun, was man ihnen sagt.“

Seit Anfang der Woche hatten Hunderttausende Schüler, Studenten, Auszubildende und Lehrkräfte mit einem bundesweiten Bildungsstreik gegen Missstände im Bildungssystem protestiert.

NRW-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) zeigte Verständnis für die Demonstrationen. Die von den Studenten als „Verschulung“ kritisierte Bologna-Hochschulreform mit Master- und Bachelor-Studienabschlüssen verteidigte der Minister aber ebenso wie die umstrittenen Studiengebühren.

ddp