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Politik Tatverdächtige im Fall Lübcke verfügten über 46 Schusswaffen - darunter legale
Mehr Welt Politik Tatverdächtige im Fall Lübcke verfügten über 46 Schusswaffen - darunter legale
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12:45 21.08.2019
Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke wurde am 2. Juni 2019 im Garten seines Hauses erschossen. Quelle: Uwe Zucchi/dpa
Kassel/Berlin

Im Mordfall Lübcke haben Ermittler bei Durchsuchungen wesentlich mehr Waffen gefunden, als bisher bekannt war. Sie beschlagnahmten insgesamt 46 Schusswaffen, wie aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine kleine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Martina Renner (Linke) hervorgeht.

Die Waffen würden derzeit noch kriminaltechnisch untersucht, ebenso weitere gefundene Gegenstände wie Chinaböller, Messer und Sportbögen. Details zu Fundort und Art der Waffen machten die Ermittler nicht, auch nicht dazu, welchem der drei Verdächtigten sie zuzuordnen sind. Zuvor hatte der "Tagesspiegel" darüber berichtet.

Der mutmaßliche Helfer des Tatverdächtigen, Markus H., durfte legal Waffen besitzen. Nach Recherchen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" (SZ) entschied das Verwaltungsgericht Kassel 2015, dass der als rechtsextrem bekannte Markus H. eine Waffenbesitzkarte mit Munitionsberechtigung erhalten darf.

Verdächtiger und Helfer waren zusammen im Schützenverein

Markus H. habe in dem Sportschützenklub, in dem auch der mutmaßliche Mörder Mitglied war, mit eigenen scharfen Waffen geschossen, teilte der Vorsitzende des Vereins mit. Ermittler gehen heute davon aus, dass Markus H. bis 2015 Kontakte in die rechtsextreme Szene hatte.

H. sitzt seit dem 27. Juni in Untersuchungshaft. Der Generalbundesanwalt ermittelt gegen den 43-Jährigen wegen des Verdachts der Beihilfe zum Mord. Er soll dem mutmaßlichen Mörder Stephan E. bei der Beschaffung der Tatwaffe geholfen haben..

Bislang 30 Durchsuchungen im Fall Lübcke

Im Fall des erschossenen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) wird gegen den Hauptverdächtigen Stephan E. ermittelt, sowie wegen Beihilfe gegen Markus H. und Elmar J., die mit dem Verkauf der Tatwaffe in Verbindung gebracht werden. Wie aus der Antwort des Innenministeriums hervorgeht, gab es 21 Durchsuchungen mit richterlicher Anordnung, neun weiteren stimmten die Betroffenen zu. Durchsucht worden seien Objekte in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Baden-Württemberg.

Lübcke war am 2. Juni in seinem Haus bei Kassel erschossen worden. Der Generalbundesanwalt geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus. Der 45-jährige Stephan E. hatte die Tat zunächst gestanden, später aber widerrufen. Der Verdächtige hatte den Ermittlern auch ein Waffenversteck auf dem Gelände seines Arbeitgebers in Kassel verraten. Dort hatten die Ermittler zunächst fünf Schusswaffen, darunter die Tatwaffe, gefunden.

RND/dpa

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