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Politik Taliban attackieren Wahllokale in Afghanistan
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13:29 20.08.2009
Journalisten flüchten vor einer Schießerei zwischen Aufständischen und Polizisten in Kabul. Quelle: Massoud Hossaini/afp
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Im Norden Afghanistans haben Aufständische die Stadt Baghlan im Norden gestürmt und die Öffnung der Wahllokale verhindert. Bei heftigen Kämpfen seien “22 Terroristen getötet“ worden, sagte der Provinzpolizeichef Mohammed Kabir Andarabi. Auch der örtliche Polizeichef sei getötet worden. Die Aufständischen seien aus mehreren Richtungen in die Stadt vorgedrungen, dann aber zurückgeschlagen worden. 20 bis 22 Angreifer seien verletzt worden.

Der Leiter der nationalen Wahlkommission, Asisullah Lodin, sagte vor Journalisten in Kabul, in Baghlan sei die Wahl unterbrochen worden. Die Wahlhelfer seien angewiesen worden, die Urnen und sich selbst in Sicherheit zu bringen. Sobald die Sicherheitslage es wieder zulasse, solle der Urnengang abgehalten werden, sagte Lodin etwa zwei Stunden vor der landesweiten Schließung der Wahllokale. Ein Einwohner Baghlans bestätigte, dass dort kein Wahllokal geöffnet habe.

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Die gleichnamige Provinz Baghlan gehört zum Regionalkommando Nord, für das die Bundeswehr im Rahmen der NATO-geführten ISAF-Mission zuständig ist. Das örtliche Kommando wird von einem in der Stadt Pul-e-Chumri ansässigen ungarisch geführten und besetzten Provincial Reconstruction Team (PRT) ausgeübt. Die Kleinstadt Baghlan liegt etwa 70 Kilometer südlich von Kundus.

Bei einer Schießerei nahe einer Polizeistation im Osten der Hauptstadt Kabul wurden am zwei Aufständische von afghanischen Sicherheitskräften erschossen, wie ein Polizei-Sprecher sagte. Sie hatten sich mit Komplizen demnach in einem Haus verschanzt und das Feuer auf die Beamten eröffnet. Ein Angreifer wurde den Angaben zufolge festgenommen, nach einem weiteren wurde noch gesucht.

Die Präsidentschafts- und Provinzwahl hatten am Morgen unter großen Sicherheitsvorkehrungen begonnen. Rund 300.000 einheimische und ausländische Sicherheitskräfte sind aufgeboten, um die rund 6700 Wahllokale abzusichern. Die aufständischen Taliban hatten zum Wahlboykott aufgerufen und mit Anschlägen gedroht. 17 Millionen Wahlberechtigte sind zur Stimmabgabe aufgerufen.

Als Favorit für die zweite Präsidentschaftswahl seit dem Sturz der radikalislamischen Taliban vor acht Jahren gilt Amtsinhaber Hamid Karsai. Allerdings könnte ihn sein härtester Konkurrent, Ex-Außenminister Abdullah Abdullah, diesmal in eine Stichwahl zwingen.

afp

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