Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Stuttgart-21-Gegner bewerfen Kretschmann mit Schuhen
Mehr Welt Politik Stuttgart-21-Gegner bewerfen Kretschmann mit Schuhen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:07 15.01.2012
Foto: Gegner des Bahnprojekts Stuttgart 21 haben den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann mit Schuhen beworfen.
Gegner des Bahnprojekts Stuttgart 21 haben den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann mit Schuhen beworfen. Quelle: dpa
Anzeige
Stuttgart

Gegner des Bahnprojekts Stuttgart 21 haben den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) mit Schuhen beworfen. Einer davon traf am Samstag einen Personenschützer am Kopf, verletzt wurde aber niemand. Die Polizei ermittelt wegen versuchter Körperverletzung. Am Wochenende blieb die Identität des Angreifers zunächst unklar. Die Polizei erhofft sich Hinweise von Fotos, mit denen sie die Tat rekonstruieren will.

Mehrere hundert Gegner des Bahnprojekts S21 hatten auf dem Stuttgarter Schlossplatz vor dem Neujahrsempfang der Landesregierung demonstriert. Kretschmann war auf sie zugegangen und hatte sich mit einigen von ihnen unterhalten. Mehrere Demonstranten skandierten „Nie wieder Grün“ und hielten als Zeichen des Protests ihre Schuhe hoch. In der arabischen Welt werden mit dieser Geste Ärger und Verachtung ausgedrückt. Einer der Schuhe flog dann in Richtung des Politikers und verfehlte ihn nur knapp. Die Polizei stellte den ausgelatschten bläulichen Sommerschuh sicher, der den Leibwächter am Kopf traf.

2008 hatte der damalige US-Präsident George W. Bush bei einer Pressekonferenz im Irak einem Paar heranfliegender Herrenschuhe ausweichen müssen. Die Aufnahmen der Szene gingen um die Welt.

Derweil droht dem Riesenprojekt S21 eine neue Verzögerung. Die Deutsche Bahn kämpft an der Baustelle mit Grundwasserproblemen. Ein neues Planfeststellungsverfahren sei aber nicht erforderlich, sagte der Projektsprecher Wolfgang Dietrich der Nachrichtenagentur dpa. Er räumte ein, dass das Milliardenprojekt schon jetzt ein Jahr in Verzug sei. Eine Volksabstimmung hatte Ende November grünes Licht für den Bau gegeben - was den Protest aber nicht enden ließ.

dpa