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Politik Studie: Viele Jugendliche wünschen sich Schulfach Finanzen
Mehr Welt Politik Studie: Viele Jugendliche wünschen sich Schulfach Finanzen
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05:03 25.09.2019
Abiturienten schreiben eine Abiturprüfung.
Berlin

Dax? Rendite? Liquidität? Die Mehrheit junger Menschen könnte diese Begriffe einem Freund oder einer Freundin nicht erklären. Das geht aus der zweiten Jugendstudie im Auftrag der Comdirekt Bank, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland exklusiv vorliegt, hervor. 1600 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 25 Jahren haben Anfang des Jahres online auf die Fragen der Forscher geantwortet.

Die Befragten schätzten ihre eigene finanzielle Bildung dabei als befriedigend ein: Als Schulnote würden sich die Jugendlichen im Durchschnitt darin eine 3,3 geben. Im Vergleich zur ersten Studie von 2016 hat sich der Wert nur leicht von 3,4 verbessert. Fast jeder Fünfte gibt sich sogar die Note mangelhaft oder ungenügend. Auch beim etwas allgemeineren Thema Wirtschaft sind die Zahlen ernüchternd - Note 3,1 sagen die Schüler.

Fast alle unter 25-Jährigen würden es deshalb auch begrüßen, wenn ein Fach "Finanzwissen" an deutschen Schulen angeboten würde. 43 Prozent der Gruppe sprechen sich für ein Wahlfach aus, fast die Hälfte wünscht sich Finanzen sogar als Pflichtfach in der Schule. 8 Prozent sagen, man könne sich auch außerhalb der Schule darüber informieren.

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Vielen Jugendlichen ist die Bedeutung von Finanzbegriffen unklar

Begriffe aus dem Alltag wie Kreditkarte, Zinsen oder Girokonto können neun von zehn der unter 25-Jährigen noch gut erklären. Bei Fonds, Rendite oder Liquidität würde aber schon über die Hälfte scheitern. Selbst von den 22-25-Jährigen könnte nur knapp die Hälfte eine Antwort liefern. Insbesondere bei den Haupt-und Volksschülern zeigen sich noch größere Wissenslücken.

Männer bewerten ihr Wissen über wirtschaftliche Zusammenhänge im Durchschnitt mit besseren Noten als die Frauen (2,9 und 3,4). Wissensunterschiede zeigen sich aber auch zwischen den deutschen Bundesländern. Schüler aus Baden-Württemberg schätzen sich mit der Note 2,8 viel besser ein als Schüler aus dem Schlusslicht Niedersachsen (3,5).

Schulen schneiden schlecht ab

Auch Deutschlands Schulen kommen in der Studie nicht gut weg. Die Schüler geben der finanziellen Bildung im Unterricht nur die Note 3,9. Trotz der schlechten Bewertung hat sich der Wert im Gegensatz zu 2016 um eine halbe Note verbessert. Beachtlich ist, dass immer noch 40 Prozent der Befragten den Schulen mit der Note 5 oder 6 bewerten.

Baden-Württembergs Schüler schätzen nicht nur ihr Finanzwissen am besten ein. Sie bewerten auch ihre Schulen bei der Vermittlung des Wissens mit der Note 3,4 besser als alle anderen Bundesländer. Die Schulen beim Schlusslicht Sachsen-Anhalt schneiden mit der Note 4,4 deutlich schlechter ab.

Statt in der Schule bilden sich die meisten Jugendlichen über klassische Medien wie Zeitungen, Zeitschriften oder das TV beim Thema Finanzen weiter. Mehr als ein Drittel greift auch auf Tutorials bei YouTube zurück. 19 Prozent der unter 25-Jährigen bilden sich gar nicht weiter.

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Von Sebastian Stein/RND

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