Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Studie: Eine Erzieherin muss durchschnittlich 13 Kinder betreuen
Mehr Welt Politik Studie: Eine Erzieherin muss durchschnittlich 13 Kinder betreuen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:58 26.09.2019
Krippenkinder spielen mit bunten Bauklötzen in einer Kindertagesstätte. Quelle: Christian Charisius/dpa
Gütersloh

Der Personalmangel in Kitas wird einer Studie zufolge trotz aller Anstrengungen zunehmend zum Problem, belastet Betreuungsqualität und Erzieher. Für eine kindgerechte Betreuung brauche es bundesweit 106.500 zusätzliche Fachkräfte-Vollzeitstellen in den Kindertagesstätten. Zu dem Ergebnis kommt das "Ländermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme" der Bertelsmann Stiftung. Unter den Bundesländern gibt es deutliche Unterschiede. Der Westen steht erheblich besser da als der Osten. Die frühen Bildungschancen hängen demnach nach wie vor auch vom Wohnort ab, wie die am Donnerstag veröffentlichte Untersuchung zeigt.

Ein zentraler Faktor für die Kita-Qualität ist der Personalschlüssel: 2018 betreute laut Analyse eine Fachkraft zum Stichtag 1. März rechnerisch 8,9 Kinder zwischen drei und sechs Jahren. Bei den Kleinsten unter drei Jahren kam eine Erzieherin - in der großen Mehrheit sind es Frauen - auf 4,2 Kinder. Schon dieser statistische, eher theoretische Wert reiche nicht aus, sagte Studienautorin Kathrin Bock-Famulla. Empfehlenswert sei eine Erzieherin für 7,5 Jungen und Mädchen in Kindergartengruppen (drei bis sechs Jahre) und eine Kraft für drei Krippenkinder (bis zwei Jahre).

Rund ein Drittel der Arbeitszeit entfällt nicht auf pädagogische Aufgaben

Im Alltag sei die Betreuungsrelation aber noch wesentlich schlechter, als der Personalschlüssel ausweise. Denn: Rund ein Drittel der Arbeitszeit entfalle auf nicht unmittelbar pädagogische Aufgaben - wie Elterngespräche oder Bildungsdokumentationen. Erzieherinnen können sich dann folglich nicht direkt mit ihren Kita-Kindern befassen. In der Realität sieht es "bereinigt" also so aus - nach der "Fachkraft-Kind-Relation (FKR)": Eine Erzieherin kommt im bundesweiten Durchschnitt auf 13,3 Jungen und Mädchen in den Kindergartengruppen (drei bis sechs Jahre). Im Westen ist eine Kraft für 12,2 Kinder, im Osten eine Kraft für 17,7 Kinder zuständig.

Im Ranking steht Baden-Württemberg beim Personalschlüssel am besten da, gefolgt von Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Bayern. Nordrhein-Westfalen als bevölkerungsreichstes Bundesland liegt etwa im Mittelfeld. Am schwächsten sei die Personallage im Osten. In einigen Ländern wie Bremen oder Thüringen habe sich die Ausstattung verschlechtert oder stagniere.

Mehr lesen: Kita-Eingewöhnung: So sollten sich Eltern verhalten

Am schlimmsten ist die Lage in Mecklenburg-Vorpommern

Brandenburg, Sachsen-Anhalt oder Hamburg hätten sich klar verbessert, Mecklenburg-Vorpommern sei ein Qualitätssprung gelungen. Es bleibt aber Schlusslicht. Dort muss sich eine Kraft in den Kindergartengruppen um fast 20 Jungen und Mädchen kümmern, wenn man auf die Fachkraft-Kind-Relation schaut. Selbst für Baden-Württemberg wird noch eine Fachkraft-Kind-Relation von eins zu 10,5 Kindern bei den Drei- bis Sechsjährigen ermittelt.

"Wenn wir die Erzieherinnen im System behalten wollen und neue Fachkräfte gewinnen wollen, müssen die Rahmenbedingungen dringend verbessert werden", sagte Bock-Famulla der Deutschen Presse-Agentur. Der Markt sei leergefegt, man müsse den Beruf attraktiver machen.

Nicht besser sieht es an den Grundschulen aus. Eine weitere Studie zeigte zuletzt: Der Lehrermangel wird sich bis 2025 massiv verschärfen.

Weiterlesen: “Gute-Kita-Gesetz“: Was die Länder in ihren Einrichtungen verbessern wollen

RND/dpa

Geht es nach Bundesaußenminister Heiko Maas, ist die Zeit zu reden vorbei. Er verurteilte bei seiner Ansprache vor den Vereinten Nationen in New York nationale Alleingänge. Zudem sieht Maas in der Klimakrise hohes Gewaltpotenzial.

26.09.2019

Juso-Chef Kevin Kühnert und Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht haben in Berlin miteinander diskutiert. Dabei ging es um die Frage rot-rot-grüner Bündnisse im Bund. Beide sprachen aber auch ganz grundlegend über die Eigentumsfrage – und darüber, was sie etwa für BMW bedeutet.

26.09.2019

Für die Demokraten steht bei ihrem Streben nach einem Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump viel auf dem Spiel. Um ihren Vorwürfen gegen den Präsidenten Gewicht zu verleihen, wollen sie ein Dokument veröffentlicht sehen. Es geht um die Beschwerde eines Geheimdienst-Mitarbeiters.

26.09.2019