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Politik Studenten und Schüler protestieren gegen Missstände
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16:54 15.06.2009

Aktionen gab den Initiatoren zufolge in mehr als 50 Städten. Unterstützung bekamen sie von den Grünen, der Linkspartei und den Jusos. Mehrere Lehrergewerkschaften stimmten den Protesten zu. Der Deutsche Philologenverband sprach dagegen von „linksgesteuertem Aktionismus“ ohne Wirkung. Kritik kam auch aus der Union.

Zu der bundesweiten Aktionswoche hatte das Bündnis „Bildungsstreik 2009“ aufgerufen - ein Zusammenschluss von Schüler- und Studentenorganisationen, Gewerkschaften und sozialen Gruppen. In Berlin, Potsdam, Hamburg und Heidelberg wurden Universitätsgebäude und Hörsäle besetzt. In zahlreichen Städten wie München, Trier, Münster, Saarbrücken und Bielefeld öffneten Protestcamps mit „alternativen Lernveranstaltungen“. In Düsseldorf war für den Nachmittag eine Demonstration angesetzt.

Die Protestveranstalter halten das derzeitige Bildungssystem für sozial ungerecht und falsch ausgerichtet. Es gehe es nur noch um die Schaffung von „Humankapital“, rügen sie. Das gelte für die neuen Studiengänge wie für das „Turbo-Abitur“ nach zwölf Schuljahren. Sie fordern unter anderem kleinere Klassen, die Abschaffung des mehrgliedrigen Schulsystems und die soziale Öffnung der Hochschulen.
Proteste soll es die gesamte Woche über geben. Zentraler Streiktag ist Mittwoch. Dann sind Demonstrationen in über 90 Städten geplant. Die Veranstalter rechnen damit, dass sich mindestens 150.000 Menschen an den Aktionen beteiligen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) stellten sich hinter die protestierenden Jugendlichen. GEW-Chef Ulrich Thöne sagte: „Es ist höchste Zeit für eine Kehrtwende in der Bildungspolitik.“ Schulen, Hochschulen und andere Bildungseinrichtungen seien „chronisch unterfinanziert“. Der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann sagte, die jungen Leute machten „mit Recht auf die unzulänglichen Bedingungen“ in Schulen und Hochschulen aufmerksam.

Auch die Grünen solidarisierten sich mit den Demonstranten. Das Bildungssystem sei „an die Wand gefahren“, sagte Grünen-Chef Cem Özdemir. Nötig seien unter anderem eine Reform des achtjährigen Gymnasiums, mehr Studienplätze und eine Abschaffung der Studiengebühren. Auch die Jusos forderten die Abschaffung sämtlicher Bildungsgebühren, von der Kita bis zur Hochschule.
Rückhalt bekamen die Schüler und Studenten auch von der Linken. Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch sagte, es sei ein „Armutszeichen für die Politik“, dass die jungen Leute nun zu solchen Mitteln greifen müssten.

Der Deutsche Philologenverband kritisierte dagegen die zum Teil „problematischen Aktionsformen“ wie Unterrichtsboykott und „einseitige ideologische“ Forderungen, etwa nach der Einführung einer Einheitsschule. Dadurch gingen einzelne berechtigte Forderungen unter, sagte Verbandschef Heinz-Peter Meidinger. Bedenken kamen auch aus der Union. Der Unions-Bildungspolitiker Stefan Müller (CSU) argwöhnte, die Initiatoren wollten die Jugendlichen nur mit Partys und Musikfestivals zu Bildungsstreiks anlocken „und damit von ihrer Ausbildung abhalten“.

ddp

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