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Politik Streit über Behandlung traumatisierter Bundeswehrsoldaten
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10:37 25.09.2009
Ein Bundeswehrsoldat in Afghanistan. Quelle: ddp
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Robbe wirft Jung vor, ein in einem Entschließungsantrag des Bundestags unlängst gefordertes selbstständiges Behandlungs- und Erforschungszentrum für Soldaten mit Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) nicht eingerichtet zu haben. Bundeswehr-Sprecher argumentieren hingegen, die Hilfe für Soldaten, die mit PTBS-Symptomen vor allem aus Afghanistan zurückkehren, solle auch zukünftig dezentral und regional erfolgen.

Robbe sagte der Tageszeitung „Die Welt“ (Freitagausgabe), er interpretiere die Bundestagsentschließung „so, dass wir ein selbstständiges Institut für die Behandlung und Erforschung von PTBS benötigen“. Der Minister habe aber lediglich im Sanitätsbereich der Bundeswehr „an ein schon bestehendes arbeitsmedizinisches Institut eine Abteilung angeflanscht“. Das könne „nicht die Lösung sein. Wir brauchen ein eigenes Institut mit eigenen Stellen, an dem auch Fachpersonal eingestellt wird und an dem Wissenschaftstransfer stattfinden kann“, sagte Robbe.

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Bei der Bundeswehr wird hingegen darauf verwiesen, dass die Behandlung traumatisierter Soldaten in einer einzigen, zentralen Klinik zu einer „Stigmatisierung“ dieser Einrichtung und ihrer Patienten führen könne. Noch gravierender aber sei, dass Soldaten nach einem oft Monate währenden Auslandseinsatz zu einer solchen Behandlung dann erneut für einen längeren Behandlungszeitraum möglicherweise sehr weit entfernt von ihrer Heimat und ihren Angehörigen untergebracht wären.

ddp