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Politik Straße von Hormus: USA bitten Deutschland förmlich um Beteiligung an Mission
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14:46 30.07.2019
Dieses von der Iranian Students News Agency (ISNA) am 21.07.2019 zur Verfügung gestellte Foto zeigt den britischen Öltanker „Stena Impero“ in der Straße von Hormus, der von Schnellbooten der iranischen Revolutionsgarden umkreist wird. Quelle: Morteza Akhoundi/ISNA/XinHua/dpa
Berlin

Die USA haben Deutschland nach eigenen Angaben förmlich darum gebeten, sich an der Sicherung des Handelsverkehrs in der Straße von Hormus zu beteiligen. „Wir haben Deutschland förmlich gefragt, zusammen mit Frankreich und Großbritannien bei der Sicherung der Straße von Hormus mitzuhelfen und iranische Aggression zu bekämpfen“, teilte eine Sprecherin der US-Botschaft in Berlin am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur dpa mit.

Zuvor hatte Großbritannien einen Kurswechsel eingelegt. Während der frühere britische Außenminister Hunt von einer allein europäischen Militärmission gesprochen hatte, setzt die neu formierte britische Regierung unter Premierminister Boris Johnson nun auf US-Unterstützung. Ein „europäisch geführter Ansatz unterstützt von den USA“ sei der beste Weg, erklärte das Außenministerium auf Anfrage der dpa in London.

Für die europäischen Partner Deutschland und Frankreich ist der Kurswechsel der Briten problematisch, da sie sich von US-Präsident Donald Trumps Politik des „maximalen Drucks“ auf den Iran abgrenzen wollen. Das zeigt sich auch in den ersten Reaktionen auf den Kurswechsel der Briten. So bedauerte der SPD-Außenpolitiker Nils Schmid den Umschwung. „Wir haben als Europäer großen Wert darauf gelegt, uns von der militärischen Konfrontationslogik der Amerikaner in der Region abzusetzen und den Schwerpunkt auf Diplomatie zu legen“, sagte er am Dienstag im Bayerischen Rundfunk. „Und deshalb macht eine wie auch immer geartete europäische Mission nur Sinn, wenn dieser Abstand zu dem sehr robusten Vorgehen der USA gewahrt bleibt.“

Die britische Regierung wolle „den amerikanischen Weg gehen, und der ist voller Gefahren“, warnte der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. Denn je mehr Militär am Persischen Golf unterwegs sei, umso größer sei die Gefahr von Fehlkalkulationen oder Missverständnissen.

Auch die Grünen warnten vor einer Eskalation. Die Linke lehnte eine Beteiligung der Bundeswehr in einer wie auch immer geformten „Koalition der Willigen“ entschieden ab.

Von RND/dpa