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Politik Strahlenschutzamt beklagt ungenaue Angaben
Mehr Welt Politik Strahlenschutzamt beklagt ungenaue Angaben
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11:57 31.08.2009
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Am Wochenende war bekannt geworden, dass drei Mal so viel radioaktives Plutonium in der Asse lagert wie bisher bekannt. Als Grund für die Falschannahme hatte der frühere Betreiber, das Helmholtz Zentrum München, einen “Übertragungsfehler“ angegeben.

König bezeichnete die Bewertung der eingelagerten Stoffe als großes Problem. Das Bundesamt als neuer Betreiber recherchiere nun bei früheren Anlieferern die tatsächlichen Ausmaße. Der BfS-Präsident beklagte zugleich, dass die Sanierung des Atommülllagers nach geltendem Gesetz zu Lasten des Steuerzahlers erfolge. Er plädierte stattdessen für ein Verursacherprinzip.

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Von 1967 bis 1978 wurden in dem ehemaligen Salzbergwerk nahe Wolfenbüttel rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen eingelagert, deren Strahlung überwiegend auf Akw-Brennelemente zurückgeht. Im Frühjahr war zudem bekannt geworden, dass in der Asse auch arsenhaltige Pflanzenschutzmittel lagern. Eindringendes Wasser und Gesteinslasten gefährden die Stabilität des Atomendlagers. Die daher angestrebte Schließung der Asse dürfte laut Bundesumweltministerium bis zu vier Milliarden Euro kosten.

Die Anti-Atom-Bewegung vermeldete indes für Proteste im Vorfeld einer am Samstag in Berlin geplanten Großdemonstration größeren Zulauf als erwartet. Statt angemeldeter 24 seien inzwischen rund hundert Trecker sowie zahlreiche Motorräder, Fahrräder und große Begleitfahrzeuge im Konvoi auf dem Weg von Gorleben in die Hauptstadt, erklärte die Initiative „ausgestrahlt“. „Der Anti-Atom-Treck rollt auf einer Welle der Begeisterung und Sympathie“. Unter anderem „die Skandale um das absaufende Atommülllager“ Asse hätten „vielen Menschen klar gemacht, dass mit der Atomenergie endlich Schluss sein muss“.

afp