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Politik Stammesvertreter: Sechs im Jemen vermisste Geiseln am Leben
Mehr Welt Politik Stammesvertreter: Sechs im Jemen vermisste Geiseln am Leben
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19:03 22.06.2009
Die im Jemen verschleppten fünf Deutschen und ein Brite sind nach Angaben eines Stammesvertreters am Leben. Quelle: afp

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte, es handle sich um dem Krisenstab bekannte „Gerüchte“, die derzeit nicht bestätigt werden könnten.

Die Geiseln - eine fünfköpfige deutsche Familie aus Sachsen und ein britischer Ingenieur - befänden sich in der Gegend von Rusmat in der nordjemenitischen Provinz Saada, sagte der Stammesvertreter. Sie seien dem schiitischen Rebellenführer Abdallah el Risani übergeben worden. Der Stammesvertreter sagte, zu den Entführern zählten offenbar zwei Männer namens Mohsen el Tam und Fauas Morki, die zu den schiitischen Rebellen im Norden Jemens gehörten.

Auch jemenitische Sicherheitskreise bestätigten die Angaben. „Diese Informationen sind zutreffend“, sagte ein Mitarbeiter der Sicherheitskräfte. Die Rebellen lehnten es ab, die Geiseln freizulassen.

Ein Sprecher der schiitischen Aufständischen sagte dagegen, die Entführten befänden sich nicht in den Händen der Rebellen. Entsprechende Berichte seien „unbegründet“, sagte der Sprecher Mohammad Abdel Salam dem arabischen Fernsehsender El Dschasira. Von Stammesvertretern hieß es dagegen übereinstimmend, die Geiseln seien von einer Splittergruppe der Rebellen entführt worden - die Anführer seien nicht über die Aktion informiert gewesen.

Der Vize-Sprecher des Auswärtigen Amtes, Andreas Peschke, erklärte in Berlin, er könne nur sagen, „dass es sich hier um Gerüchte handelt, die dem Krisenstab auch bekannt sind, die wir aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht bestätigen können“. Die Leichen zweier ebenfalls im Jemen entführter und später getöteter deutscher Frauen wurden demnach inzwischen nach Deutschland zurückgebracht.

Der jemenitische Botschafter in Deutschland geht davon aus, dass die deutschen Geiseln rasch freikommen. Es sei „sehr wahrscheinlich“, dass die Entführer die Familie nicht getötet haben und dass das Geiseldrama „noch diese Woche gelöst wird“, sagte Mohammed Al-Eryani am Montag dem Berliner „Tagesspiegel“. „Ich bin sehr hoffnungsvoll“, sagte der Botschafter. Das gelte auch für den ebenfalls entführten Briten.

Die deutsche Familie, der britische Ingenieur, zwei junge deutsche Pflegehelferinnen und eine südkoreanische Lehrerin waren vor zehn Tagen im Norden des vorderasiatischen Landes entführt worden. Die beiden Helferinnen und die Südkoreanerin wurden vor einer Woche in der Region von Noschur in der Provinz Saada tot gefunden.

Der „Spiegel“ hatte am Wochenende berichtet, die Entführung der Deutschen könne mit einer möglichen Tätigkeit der Opfer als christliche Missionare zusammenhängen. Der Krisenstab des Außenamtes gehe davon aus, dass die Deutschen vor Ort auch als Missionare bekannt gewesen seien, berichtete das Nachrichtenmagazin. So soll es vor wenigen Monaten einen heftigen Streit gegeben haben, bei der Muslime den verschleppten Familienvater bedroht und ihn zum Stopp seiner Missionierungsversuche aufgefordert hätten.

In der Region Saada bekämpfen sich seit 2004 schiitische Aufständische und Regierungstruppen. Tausende Menschen wurden bislang in dem Konflikt getötet.

afp

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