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Politik Stadtwerke-Honorar an Peer Steinbrück wirft Fragen auf
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21:18 02.11.2012
Die klamme Stadt Bochum zahlte Peer Steinbrück ein üppiges Honorar – wofür jetzt genau? Quelle: dpa
Berlin

Das brisante Thema sind die 25.000 Euro, die der regionale Energieversorger im November 2011 dem heutigen SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück für die Teilnahme an einer Talkrunde gezahlt hat. Zu erklären gäbe es dazu viel. Denn das üppige Honorar hat beiden, den Stadtwerken und dem heutigen SPD-Kanzlerkandidaten, viel Ärger eingebrockt. In Internetforen wird Steinbrück nun als Abzocker beschimpft. Und das „unabhängige und selbstbewusste Unternehmen in kommunaler Hand“, so stellen sich die Stadtwerke auf ihrer Homepage vor, steckt gehörig in der Klemme.

Warum zahlte der Versorger, der mehrheitlich der verarmten Stadt Bochum gehört, so viel Geld für eine Plauderstunde mit dem Ex-Ministerpräsidenten des Landes? Das Unternehmen einer Stadt, deren Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz (SPD) kürzlich unter Hinweis auf die akute Haushaltsnot den Solidarpakt Ost infrage stellte.

Um Fußball, verdrehte Schachbretter, Bankengier und die damals noch offene K-Frage kreiste das Gespräch mit einem „bestens gelaunten“ Peer Steinbrück, berichteten damals die „Ruhr Nachrichten“.

Die zunächst verbreitete Rechtfertigung, es habe sich um kein Honorar gehandelt, sondern um eine Einladung mit der Maßgabe, die 25. 000 Euro zu spenden, mag der Versorger nicht mehr wiederholen. Stattdessen schweigen die Energieversorger. Dabei heißt es auf der Homepage der Stadtwerke über den „Atrium-Talk“, zu dem auch schon Joachim Gauck, Peter Maffay und Joschka Fischer geladen wurden: „Alle Honorare kommen wohltätigen Zwecken zugute.“

Nicht aber im Fall Steinbrück: Seiner Darstellung zufolge war von Spenden nie die Rede. Um das zu untermauern, durfte die „Süddeutsche Zeitung“ seinen Schriftwechsel mit der Agentur einsehen, die für die Stadtwerke den Talk organisierte. Der Befund: Ohne Einschränkung seien Reisekosten und ein Honorar von 25.000 Euro angeboten worden.

An keiner Stelle sei von einer Spende die Rede gewesen. Erst nach einer zweiten Aufforderung und mit fünf Monaten Verspätung überwies die Agentur Steinbrück die 25.000 Euro.

„Wir waren lange auf der Suche nach einem Leuchtturmprojekt, das unser Engagement auch in der Region bekannt macht und Bochums gesellschaftliche Wertschätzung nach außen trägt“, hatte Stadtwerke-Geschäftsführer Bernd Wilmert 2008 beim Start der Prominenten-Plauderei erklärt. Mission erfüllt: Steinbrück und der „Atrium-Talk“ sind in den Schlagzeilen – bundesweit.

Arnold Petersen

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