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Politik Staatschef Kim Jong Il leidet offenbar an Pankreas-Krebs
Mehr Welt Politik Staatschef Kim Jong Il leidet offenbar an Pankreas-Krebs
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19:15 13.07.2009
Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Il ist laut einem Fernsehbericht an Bauchspeichel-Krebs erkrankt. Die jüngsten Aufnahmen stammen vom Mittwoch. Quelle: Aum Jung-Seok/afp
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Dies berichtet der südkoreanische Sender YTN unter Berufung auf südkoreanische und US-Geheimdienstkreise. Angesichts der besonderen Aggressivität dieser Krebsart betrage die Lebenserwartung des 67-jährigen Staatschefs wohl nicht mehr als fünf Jahre, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf Mediziner in Peking.

Der südkoreanische Geheimdienst wollte den Bericht nicht bestätigen. Seouls Ministerium für Wiedervereinigung teilte mit, den YTV-Bericht nicht näher zu kennen. Bereits am Freitag hatte der japanische Fernsehsender TBS berichtet, Kim leide unter einer schweren Bauchspeicheldrüsen-Erkrankung. Der Staatschef habe sich daher geschont und werde in seinem Anwesen in der Gegend von Wonsan im Südosten des Landes von einem Team von Spezialisten behandelt.

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Kims Gesundheitszustand bietet seit Monaten Anlass zu Spekulationen. Im vergangenen August erlitt der umstrittene Staatschef Berichten zufolge einen Schlaganfall. Im April sendete das Staatsfernsehen erstmals wieder Bilder des nordkoreanischen Führers, der offenbar stark abgenommen hatte.

Die jüngsten Aufnahmen stammen vom Mittwoch. Sie zeigen Kim abgemagert bei einer Gedenkfeier für seinen Vater Kim Il Sung. Seit Wochen mehren sich auch Berichte über Vorbereitungen auf einen Machtwechsel in Pjöngjang. Demnach baut der Machthaber seinen jüngsten Sohn Kim Jong Un zu seinem Nachfolger auf.

Einem südkoreanischen Zeitungsbericht von Ende Juni zufolge leitet der 26-Jährige seit März die Geheimpolizei-Zentrale. Eine japanische Zeitung berichtete zuvor, Kim Jong Un sei zum Stellvertreter seines Vaters an der Spitze des nationalen Verteidigungsausschusses aufgerückt.

Nordkoreas ist nach einer Reihe von Waffen- und Atomtests international isoliert. Vor knapp einer Woche hatte Pjöngjang nach südkoreanischen Angaben sieben Raketen mit einer Reichweite von 500 Kilometern ins Japanische Meer abgefeuert. Seit seinem zweiten Atomtest Ende Mai testete das kommunistische Land immer wieder Raketen, darunter Anfang April auch eine Langstreckenrakete.

afp