Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Gebeine von Diktator Franco von Heldenfriedhof verbannt
Mehr Welt Politik Gebeine von Diktator Franco von Heldenfriedhof verbannt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:32 24.09.2019
Ein 155 Meter hohes und 44 Meter breites Betonkreuz steht auf dem Berggipfel Risco de la Nava. In dem spanischen Monument befinden sich die Grabstätten des Diktators Francisco Franco. Quelle: Ana Lázaro/dpa
Madrid

Die spanische Regierung darf die Gebeine des ehemaligen Diktators Francisco Franco (1892-1975) exhumieren. Das entschied der Oberste Gerichtshof am Dienstag, wie der spanische Rundfunk berichtete. Die Richter genehmigten zudem einstimmig, dass die Regierung Franco in einem Madrider Vorort beisetzen darf.

Die Familie Francos hatte gegen ein entsprechendes Vorhaben geklagt. Die Angehörigen hatten zudem durchsetzen wollen, dass Franco in der Almudena-Kathedrale in der Innenstadt von Madrid bestattet wird, sollte der Oberste Gerichtshof die Exhumierung aus dem jetzigen Mausoleum im sogenannten Tal der Gefallenen vor der Hauptstadt gestatten.

Franco soll vor den spanischen Wahlen umgebettet werden

Die spanische Vizeregierungschefin Carmen Calvo erklärte im Anschluss an die Urteilsverkündung im Rundfunksender Cadenaser, die Entscheidung sei rechtskräftig und zu vollstrecken. Franco solle noch vor den spanischen Wahlen am 10. November umgebettet werden. Im Familiengrab in Mingorrubio sei gewährleistet, dass es zu keiner Verherrlichung der Diktatur komme, wie bislang im Tal der Gefallenen.

Lesen Sie auch: Mehrere Tote nach heftigen Regenfällen in Spanien

Der Vatikan habe zudem zugesichert, sich einer Umbettung nicht zu widersetzen, sagte Calvo. Der Benediktinerorden im Tal der Gefallenen hatte während der jahrelangen, öffentlichen Debatten um die Umbettung erklärt, eine Exhumierung sei eine Störung der Totenruhe.

Franco befehligte Zehntausende Zwangsarbeiter

Franco hatte kurz nach seinem Sieg im spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) den Bau der Gedenkstätte Tal der Gefallenen in der Gebirgskette Sierra de Guadarrama vor Madrid angeordnet. Dabei haben Zehntausende Zwangsarbeiter eine 262 Meter lange Basilika in den Berg gehauen, ein 152 Meter hohes Kreuz aus Beton auf dem Felsen ist weithin sichtbar. Nach seinem Tod am 20. November 1975 wurde Franco dort am Fuße des Altars bestattet.

Lesen Sie auch: Spaniens König will politische Blockade beenden

Das spanische Parlament hatte 2017 und 2018 für eine Exhumierung des Tals der Gefallenen gestimmt. Die Regierung hatte zuletzt erklärt, Franco im Juni exhumieren zu wollen. Doch der Oberste Gerichtshof hatte dies untersagt, da eine Klage der Familie Francos gegen das Vorhaben vorliege.

RND/epd

Das oberste britische Gericht sieht die von Johnson für das britische Parlament auferlegte Zwangspause als rechtswidrig an. Trotz Rücktrittsforderungen will Johnson jedoch weiter Premier bleiben und fordert erneut Neuwahlen. Oppositionschef Corbyn erwidert, es gebe keine Wahl, solange ein No-Deal-Brexit drohe.

24.09.2019

Greta Thunberg und 15 weitere Jugendliche haben bei den UN eine Beschwerde gegen mehrere Staaten wegen ihrer Klimapolitik eingelegt. Darunter ist nicht nur Deutschland, sondern auch Frankreich. Jetzt reagiert Präsident Emmanuel Macron verärgert.

24.09.2019

„How dare you“ – Diese Worte hat die Klimaaktivistin Greta Thunberg auf dem UN-Klimagipfel den Mächtigen dieser Welt entgegengehalten. Viele sehen in Thunberg die Stimme der jungen Generation. Ihre Worte könnten einmal als historisch gelten – womöglich in einer Reihe mit Reden von Martin Luther King, Barack Obama und anderen.

24.09.2019