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Politik Spahn warnt: Nur weil es Corona gibt, Grippe nicht vergessen
Mehr Welt Politik Spahn warnt: Nur weil es Corona gibt, Grippe nicht vergessen
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10:51 06.10.2021
Jens Spahn (CDU, rechts), Bundesgesundheitsminister, und Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (Archivbild)
Jens Spahn (CDU, rechts), Bundesgesundheitsminister, und Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (Archivbild) Quelle: Wolfgang Kumm/dpa
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Gesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler haben sich am Mittwochmorgen auf einer gemeinsamen Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage geäußert. Mit Blick auf die Intensivstationen warben sie für eine Grippeimpfung. „Das ist kein harmloses Fieber“, sagte Spahn.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn beruhigte zu Beginn der Pressekonferenz: Trotz Reiserückkehrenden und Beginn des Herbstes sei die Corona-Situation derzeit beherrschbar. In Deutschland sind mittlerweile vier von fünf Erwachsenen und 40 Prozent der Zwölf- bis 14-Jährigen geimpft. „Das reicht noch nicht ganz für einen sicheren Winter, wir sind aber auf einem guten Weg“, sagte Spahn.

Stiko-Chef Thomas Mertens ging auf die Frage der Corona-Auffrischungsimpfungen ein. Der Schutz vor schwerer Erkrankung und Tod sei auch einige Zeit nach der zweiten Impfung weiterhin gut. Was aber früher nachlasse, sei der Schutz vor der Infektion selbst. Daher werde Vorerkrankten und Alten ab 60 Jahren eine dritte Corona-Impfdosis empfohlen. Studien zeigten, dass diese positive Auswirkungen auf den Impfschutz habe. „Schwerer ist dies für gesunde Menschen zwischen 18 und 59 Jahren zu beurteilen“, sagte Mertens.

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Gleichzeitig warben Jens Spahn und Lothar Wieler für eine Grippeimpfung. Der Gesundheitsminister betonte, dass das Risiko für eine Grippewelle in diesem Jahr höher sein könnte, da es 2020 nur wenige Erkrankungen gab – so wenige wie nie zuvor. Spahn selbst habe sich im Vorfeld der Pressekonferenz impfen lassen: „Ich wollte ein Zeichen setzen.“

Auch die Grippe kann tödlich sein

„Die Grippe birgt Risiken für Alte, Vorerkrankte und Schwangere“, erklärte Spahn weiter. „Bitte lassen sie sich gegen die Grippe impfen. Das ist kein harmloses Fieber.“ Auch Influenza könne einen tödlichen Verlauf nehmen.

Der Gesundheitsminister berichtete, dass der Bund auch in diesem Jahr 27 Millionen zusätzlicher Grippeimpfdosen zur Verfügung stellt, sogar mehr als 2020. Dieser sei ab Oktober oder November verfügbar. „Vor der letzten Grippesaison haben sich über 22 Millionen Menschen gegen Influenza impfen lassen. So viele wie nie zuvor“, sagte Spahn. Eine Grippe- und eine Corona-Impfung seien sogar gleichzeitig möglich.

Spahn wies darauf hin, dass auch die Hygieneregeln einen wichtigen Schutz gegen Infektionskrankheiten darstellten. Lothar Wieler erklärte mit Blick auf Corona-Kranke in den Krankenhäusern, dass eine Grippeimpfung auch eine Entlastung der Intensivstationen im Herbst und Winter bedeuten könne.

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Wieler hob zudem einmal mehr hervor, wie wichtig die Corona-Impfung von Erwachsenen für Kinder unter zwölf Jahren ist: „Kinder und Jugendliche sind in diesem Jahr stärker von Corona betroffen. Es liegt in der Verantwortung von uns allen, sie zu schützen. Und dazu gehört auch, dass sich alle impfen lassen. Wir wollen, dass unsere Kinder so sicher wie möglich die Kindergärten und Schulen besuchen können.“

53,8 Millionen Menschen geimpft

Nach Angaben des Bundesgesundheits­ministeriums vom Dienstag sind 64,7 Prozent der Menschen in Deutschland vollständig gegen Corona geimpft. Die dafür nötigen Impfdosen erhielten bislang mehr als 53,8 Millionen Menschen.

Mindestens eine erste Impfung bekommen haben mittlerweile 68,2 Prozent aller Einwohnerinnen und Einwohner. Bei den meisten eingesetzten Impfstoffen sind zwei Dosen für einen vollständigen Schutz nötig.

RND/ag/dpa

Der Artikel "Spahn warnt: Nur weil es Corona gibt, Grippe nicht vergessen" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.