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Politik Sozialverband: Armut wird noch steigen
Mehr Welt Politik Sozialverband: Armut wird noch steigen
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09:24 01.12.2009
Wachsende Armut: Das Archivfoto zeigt Kinder, die in einer Suppenküche essen. Quelle: afp (Archiv)
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Der Sozialverband VdK sieht in der unverändert hohen Zahl der Menschen, die von staatlicher Hilfe abhängig sind, ein Alarmsignal. Die Armut verfestige sich und werde wahrscheinlich sogar noch steigen, sagte VdK-Präsidentin Ulrike Mascher der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstagsausgabe). Grund sei die Wirtschaftskrise, die sich mehr und mehr in der Statistik niederschlagen werde. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes war im Jahr 2007 jeder zehnte Bundesbürger auf soziale Mindestsicherung angewiesen. Da 2007 ein wirtschaftlich vergleichsweise gutes Jahr gewesen sei, erwarte sie für das Krisenjahr 2009 und für 2010 noch deutlich höhere Zahlen Hilfe bedürftiger Menschen, sagte Mascher.

Die VdK-Präsidentin forderte „mehr ordentlich bezahlte Arbeit, einen wirksamen Kampf gegen Altersarmut sowie eine Anhebung der Regelsätze für Arbeitslosengeld II“ und des daran orientierten Sozialgeldes für Kinder. Gegenwärtig beträgt der Regelsatz 359 Euro im Monat. Nach Maschers Worten wären dagegen 420 Euro angemessen. Für Kinder gibt es - nach Alter gestaffelt - zwischen 215 Euro für unter Sechsjährige und 287 Euro für über 14-Jährige. „Das reicht nicht aus, um ein Kind ordentlich zu ernähren und auszustatten“, kritisierte Mascher. Sie verlangte, nach der zu erwartenden Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes zu den Regelsätzen für Kinder müssten die dann notwendigen Änderungen schnellstens auf den Weg gebracht werden.

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Mit Blick auf die Rentner verwies die VdK-Präsidentin auf die wieder steigenden Arbeitslosenzahlen und betonte: „Pro Jahr Bezug von Arbeitslosengeld II steigt die Rente nur um 2,19 Euro.“ Da sei Altersarmut vorprogrammiert. Scharf kritisierte Mascher die Pläne der schwarz-gelben Koalition, die Beiträge der Arbeitgeber zur gesetzlichen Krankenversicherung bei sieben Prozent des Lohns einzufrieren. Steigende Kosten im Gesundheitswesen gingen damit allein zulasten der Versicherten. Da es ähnliche Pläne auch für Rentner gebe, wo die gesetzliche Rentenversicherung den Sieben-Prozent-Anteil zahlt, drohe verschärfte Altersarmut, sagte Mascher.

afp