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Politik Sind Spitzenverdiener faul? SPD-Karikatur sorgt für Aufregung im Netz
Mehr Welt Politik Sind Spitzenverdiener faul? SPD-Karikatur sorgt für Aufregung im Netz
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15:28 22.08.2019
"Keine Steuergeschenke für Spitzenverdiener!": Diese Karikatur der SPD sorgt für eine hitzige Debatte in den sozialen Netzwerken. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/SPD
Berlin

Ein Tweet der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag erhitzt die Gemüter. Stein des Anstoßes ist eine Karikatur, die einen Menschen in einem Liegestuhl zeigt - Sonnenbrille im Haar, Cocktail-Glas auf dem Beistelltisch, Laptop außerhalb der Griffweite. Von einem Fließband plumpsen Geldbündel. Subtext: Hier verdient jemand ohne jede Anstrengung viel Geld.

Die politische Botschaft, die die SPD dazu schreibt, lautet so: „Keine Steuergeschenke für Spitzenverdiener. Wir schaffen den Soli ab. Für fast alle.“ Das „fast“ ist dabei in Fettdruck gesetzt.

Einige konservative Publizisten kritisierten die Darstellung scharf. „So stellt sich also die SPD im Bundestag das Leben als DAX-Vorstand vor: Chillen bis zum Abwinken, während sich das Geld selbst verdient“, schreibt etwa Focus-Kolumnist Jan Fleischhauer bei Twitter. „Das Argument im Wettstreit mit den Grünen war immer, dass die SPD etwas von Wirtschaft versteht. Das hat sich erledigt, wie man sieht“ so der frühere Spiegel-Mann weiter.

Der ehemalige FAZ-Herausgeber Hugo Müller-Vogg warf der SPD eine Neidkampagne vor. „SPD-Funktionäre, die DAX-Vorstände als Faulenzer karikieren, demonstrieren zweierlei: dass sie von Wirtschaft nichts verstehen und dass sie neidisch sind auf alle, die mehr können als sie“, twitterten Müller-Vogg.

„Klassenkampf reloaded“, schrieb der Chef der CDU-Fraktion im NRW-Landtag, Bodo Löttgen. Er fügte hinzu: „Ach ja, diese „Nichtstuer“ zahlen weiterhin 11 Mrd. Soli in die Steuerkasse.“

Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Schneider, wies die Kritik zurück. „Die Karikatur spitzt zu, die Grundaussage ist aber richtig“, sagte der Abgeordnete aus Erfurt auf Anfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND). „Spitzenverdiener brauchen keine Steuerentlastung, das bringen wir mit dem Bild zum Ausdruck.“ Er begrüße es, dass der Tweet zu einer Auseinandersetzung einlade, so Schneider weiter. „Auf die politische Diskussion über das Thema Soli-Senkung freue ich mich schon.“

Lesen Sie auch den Kommentar: Gut, dass der Soli weg kommt

Von Andreas Niesmann/RND

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