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Politik Sieben Deutsche tot? Sorge um Geiseln im Jemen
Mehr Welt Politik Sieben Deutsche tot? Sorge um Geiseln im Jemen
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23:31 15.06.2009
Von Michael Grüter
Eine Militärpatrouille im unsicheren Norden des Jemen. Quelle: Khaled Fazaa/afp

Sicherheitsbehörden in dem arabischen Land berichten, mehrere der insgesamt neun ausländischen Geiseln seien tot gefunden worden. Das Auswärtige Amt bemüht sich fieberhaft um Aufklärung.

Unter den entführten Ausländern sind eine fünfköpfige deutsche Familie sowie zwei weitere Deutsche. Diese beiden, als Pflegehelferinnen an ein jemenitisches Krankenhaus entsandte junge Frauen, sollen aus dem Landkreis Gifhorn stammen. Ihre Identität wurde offiziell nicht bestätigt. Die Deutschen waren am Freitag gemeinsam mit einem Briten und dessen südkoreanischer Frau zum Picknick in die Umgebung der Stadt Sadaa gefahren und dort verschleppt worden.

Zunächst seien die Leichen von drei deutschen Frauen entdeckt worden, später seien noch sechs weitere Tote gefunden worden, hieß es aus jemenitischen Sicherheitskreisen. Für die Tat wurde in der Hauptstadt Sanaa das Terrornetzwerk Al Qaida verantwortlich gemacht. Es wäre der mit Abstand blutigste Ausgang einer Entführung von Deutschen im Ausland seit Jahren.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes wollte gestern Abend nur bestätigen, dass „sieben Deutsche vermisst werden“. Das Ministerium gab weder Hinweise zu ihrer Identität, noch zum Hintergrund der Ereignisse. „Uns haben verschiedene Berichte erreicht, wir prüfen, ob sie falsch oder richtig sind“, erklärte der Sprecher. Das Ministerium verfüge noch nicht über eigene, belastbare und zuverlässige Erkenntnisse. Mit der Aufklärung seien die deutschen Stellen vor Ort und der Krisenstab in Berlin befasst. Seit mehreren Jahren warnt das Auswärtige Amt vor Reisen in den Jemen.

Die Gegend im Norden des Landes, in der die Leichen gefunden wurden, ist als Versteck von Al-Qaida-Terroristen bekannt. Ein Stammesführer in der Region sagte, das Terrornetzwerk stehe hinter der Entführung und der Tötung der drei Frauen. Eine zunächst von der Regierung in Sanaa der Entführung beschuldigte schiitische Rebellengruppe erklärte umgehend, sie habe nichts mit dem Verschwinden der Gruppe zu tun.

Im Jemen werden häufig westliche Touristen oder Arbeiter entführt. Meistens werden sie nach der Zahlung von Lösegeld freigelassen. Prominentestes deutsches Opfer war der ehemalige Außenstaatssekretär Jürgen Chrobog, der mit Frau und drei erwachsenen Söhnen im Dezember 2005 verschleppt wurde. Chrobog zeigte sich gestern besorgt über den neuen Fall: „Diese Entführung trägt eine völlig andere Handschrift, als das damals bei mir der Fall war.“

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