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Politik Sicherheitsrat tagt zur Mali-Mission von Frankreich
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11:26 14.01.2013
Bamako/New York

Der französische Militäreinsatz in Mali zeigt nach Angaben der Regierung bereits Erfolge und wird nach Einschätzung von Paris nur von kurzer Dauer sein. Die Intervention sei „eine Frage von Wochen“, sagte Außenminister Laurent Fabius am Sonntagabend vor französischen Medienvertretern. Zugleich lobte er die internationale Unterstützung für sein Land. Unter anderem nannte Fabius Großbritannien, Dänemark, „andere europäische Länder“ und die USA. Der Minister rechtfertigte den Militäreinsatz: „Frankreich musste dringend eingreifen, sonst gäbe es Mali nicht mehr, dafür aber einen terroristischen Staat.“

Am Montagabend will sich der Weltsicherheitsrat in New York auf Antrag Frankreichs in einer Sondersitzung mit der Lage in dem westafrikanischen Krisenland befassen. Die 15 Nationen in dem Gremium sollen dabei über die jüngsten Entwicklungen in Mali unterrichtet werden, teilte die französische UN-Botschaft am Sonntag in New York mit. Auch das Parlament in Paris soll am Abend informiert werden.

Französische Soldaten kämpfen seit Freitag an der Seite malischer Truppen, um den Vormarsch islamistischer Rebellen in den Süden des Landes zu stoppen. Dabei habe man dem Feind bereits „schwere Verluste“ zugefügt, hieß es am Wochenende in Paris. Nachdem die Truppen die strategisch wichtige Stadt Kona im Zentrum Malis zurückerobert hatten, starteten sie auch Luftangriffe auf Städte im Norden.

Dänemarks Regierung will den französischen Militäreinsatz möglicherweise aktiv unterstützen. Allerdings gebe es dazu noch keine Entscheidungen oder konkrete Pläne, verlautete am Montag aus Regierungskreisen in Kopenhagen.

Der Norden Malis ist seit März 2012 in der Hand der Extremisten, die dort eine strenge Auslegung der Scharia eingeführt haben. Immer wieder gab es Berichte über schwere Menschenrechtsverletzungen. Zudem haben die Islamisten mehrere Heiligtümer in der historischen Stadt Timbuktu zerstört.

Malischen Militärsprechern zufolge wurden am Sonntag Angriffe auf Lere, Gao, Kidal und Timbuktu geflogen. „Drei Flugzeuge attackierten die Islamisten am Boden. Es gab viele Tote unter ihnen“, sagte Idrissa Maiga, ein Augenzeuge in Gao.

Deutschland schließt derweil einen Kampfeinsatz in Mali aus. Über eine mögliche Beteiligung an einer Ausbildungsmission sei noch keine Entscheidung gefallen, sagt Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) am Montag im Deutschlandfunk. Erste Planungen gebe es aber bereits. Auch eine mögliche logistische Unterstützung, etwa mit Flugzeugen für die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas zum Transport von Truppen, werde man gegebenenfalls prüfen.

Die französische Regierung kündigte die Verlegung weiterer Kampfflugzeuge nach Mali an. Die Soldaten sind unter anderem mit Kampfflugzeugen des Typs Mirage 2000 D und Kampfhubschraubern des Typs Gazelle im Einsatz. Wie der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian sagte, seien bereits Kampfflugzeuge vom Typ Rafale auf dem Weg. „Im Moment laufen ständige Luftangriffe“, beschrieb er die Lage. Ziel sei, einer malisch-afrikanischen Kampftruppe den Weg zur Rückeroberung des gesamten Landes zu ebnen.

Die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas bereitet sich weiter auf die Entsendung einer rund 3300 Mann starken Kampftruppe zur Unterstützung der Franzosen vor. Unter anderem hätten Niger, Burkina Faso, Senegal, Togo, Nigeria und Benin die Entsendung von jeweils mehreren hundert Soldaten angekündigt, berichtete die Webseite „Mali Web“ am Montag.

Die Organisation für Islamische Kooperation (OIC)kritisierte den Militäreinsatz. In einer am Montag veröffentlichten Erklärung des OIC-Generalsekretärs Ekmeleddin Ihsanoglu heißt es, „die Militäroperationen, die am 11. Januar begonnen haben, waren zwar vom UN-Sicherheitsrat autorisiert, aber sie kamen verfrüht“. Der türkische OIC-Chef rief zu einem Ende der Kampfhandlungen auf und appellierte er an die lokalen Konfliktparteien, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

dpa

Weitere französische Kampfjets sind auf dem Weg nach Westafrika. Deutschland hält sich zurück. Am bewaffneten Konflikt will die Bundesregierung sich nicht beteiligen. Ob Ausbilder nach Mali reisen, ist noch offen.

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