Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Serben, Mazedonier und Montenegriner feiern Reisefreiheit
Mehr Welt Politik Serben, Mazedonier und Montenegriner feiern Reisefreiheit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:59 20.12.2009
Eine Serbin, die nach Ungarn fährt, zeigt ihren Pass und ein Informationsblatt. Quelle: afp
Anzeige

Reisfreiheit auf dem Balkan: Die Innenminister von Serbien, Mazedonien und Montenegro erklärten, mit dem Wegfall des Visa-Zwangs für weite Teile Europas könnten die Bürger ihrer Länder nunmehr an der "europäischen Familie" teilhaben. Serbien will sich als letztes der drei Länder am Dienstag offiziell um einen EU-Beitritt bewerben.

Die Grenzen wurden in der Nacht von Freitag auf Sonnabend um 0 Uhr geöffnet. Seither können die Bürger der drei Balkanstaaten mit einem biometrischen Pass ohne Visum in die 25 Staaten des Schengen-Raums einreisen. Dem Schengen-Raum gehören neben Deutschland 21 weitere EU-Staaten sowie die Schweiz, Norwegen und Island an.

Anzeige

"Es funktioniert. Serbische Bürger können die Grenze ohne Visa passieren", sagte der serbische Außenminister Vuk Jeremic am frühen Samstagmorgen, als er die Grenze zu Ungarn überschritt. "Heute ist Serbien näher an Europa, als es gestern war". In der Innenstadt der mazedonischen Hauptstadt Skopje feierten tausende Menschen die neue Reisefreiheit. Mazedoniens Ministerpräsident Nikola Gruevski sprach von einem "historischen Moment".

Im Juli diesen Jahres hatte die EU-Kommission erklärt, dass die drei Balkanstaaten die vereinbarten Kriterien für die Visabefreiung erfüllen. Dazu zählten die Einführung fälschungssicherer biometrischer Pässe, die Verstärkung der Grenzkontrollen sowie der Kampf gegen Korruption und organisierte Kriminalität. Albanien und Bosnien-Herzegowina bekamen dagegen kein grünes Licht für die Visabefreiung.

Serbien will sich am Dienstag offiziell um den EU-Beitritt bewerben. Der serbische Fernsehsender RTS zitierte den schwedischen Ministerpräsidenten und EU-Ratsvorsitzenden Fredrik Reinfeldt mit den Worten, er freue sich darauf, den serbischen Präsidenten Boris Tadic am Dienstag zu empfangen. Mazedonien ist seit 2005 EU-Beitrittskandidat, Montenegro bewarb sich im Dezember vergangenen Jahres.

Anfang Dezember hatte Serbien eine weitere Hürde auf dem Weg zum EU-Beitritt genommen. Die Niederlande gaben beim EU-Außenministerrat in Brüssel ihre Blockade eines Freihandelsabkommens mit Serbien auf. Der Vertrag lag seit anderthalb Jahren auf Eis, da die Niederlande Serbien mangelnde Kooperation mit dem UN-Kriegsverbrechertribunal für Ex-Jugoslawien in Den Haag vorwarfen.

afp