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Politik Seehofer weist Kritik an Merkel zurück
Mehr Welt Politik Seehofer weist Kritik an Merkel zurück
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08:24 12.01.2010
CSU-Chef Horst Seehofer Quelle: AP
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Seehofer nimmt Merkel in Schutz: "Sie führt stark, und zwar früher die große Koalition wie jetzt die schwarz-gelbe Koalition“, sagte Seehofer in der ARD-Sendung „Beckmann“ am Montagabend. „Ich habe kein Verständnis für diese ständigen Zwischenrufe aus der zweiten und dritten Reihe gegenüber der Führungskraft der Kanzlerin.“

Er habe früher erklärt, wer Angela Merkel unterschätze, habe schon verloren, sagte Seehofer. „Das sagt über ihre Führungskraft alles aus - und zwar positiv. Man sollte uns arbeiten lassen in Berlin, vor allem die Kanzlerin.“

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Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Roland Koch forderte derweil eine „neue Diskussionskultur“ in der Partei. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Vielstimmigkeit innerhalb der CDU abnimmt“, sagte er dem „Hamburger Abendblatt“. „Eine Partei kann es auf Dauer nicht ertragen, dass man jedes Thema endlos diskutiert. “

Er halte es für die wichtigste Aufgabe der CDU in den kommenden Jahren, eine neue Diskussionskultur zu entwickeln, sagte der hessische Ministerpräsident. „Die Attraktivität der CDU wird am Ende daran gemessen, ob sie fähig ist, in einer sich verändernden Gesellschaft Konflikte aufzunehmen, emotionsfrei zu diskutieren und nachvollziehbar zu einer Mehrheitsentscheidung zu bringen.“ Diese Entscheidung müsse dann „von allen in der Partei vertreten werden“.

Mehrere CDU-Politiker hatten in den vergangenen Tagen Kritik an Merkel geübt und ihr vorgeworfen, die Stammwählerschaft der Partei zu vernachlässigen. Am Donnerstag findet in Berlin eine CDU-Vorstandsklausur statt.

Sachsens CDU-Fraktionschef rechtfertigt Kritik an Merkel
Der sächsische CDU-Fraktionschef Steffen Flath hat seine öffentliche Kritik an Bundeskanzlerin und Parteichefin Angela Merkel gerechtfertigt. „Ich glaube, wir haben vielen aus dem Herzen gesprochen“, sagte Flath „Spiegel Online“ am Montag. Er habe „viele positive Reaktionen“ auf seinen Beitrag erhalten. Gemeinsam mit den CDU-Fraktionsvorsitzenden aus Hessen und Thüringen, Christean Wagner und Mike Mohring, sowie der brandenburgischen CDU-Fraktionsvizechefin Saskia Ludwig hatte Flath Merkel am Wochenende einen „präsidialen Stil“ vorgeworfen, der zur Schwächung des Parteiprofils geführt habe.

Flath rechtfertigte den Zeitpunkt der Veröffentlichung unmittelbar vor der Klausurtagung des CDU-Bundesvorstands am Donnerstag und Freitag in Berlin, bei der es auch um das schwache Ergebnis der Christdemokraten bei der Bundestagswahl gehen soll. „Wahlen müssen zu Beginn einer Legislaturperiode analysiert werden“, sagte der CDU-Politiker dem Nachrichtenportal. „Wir haben nur eine Diskussion angestoßen.“ Die Autoren stellten sich die Frage: „Wofür steht die CDU? Was ist mit den christlichen Fundamenten, was mit den wirtschaftsliberalen Positionen? Hier sehen wir Defizite.“

AFP

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Die Kritik am Führungsstil von Bundeskanzlerin Angela Merkel reißt nicht ab. Nach den Vorwürfen mehrerer Landespolitiker forderte der saarländische Ministerpräsident Peter Müller seine Parteivorsitzende auf, in der schwarz-gelben Koalition für mehr „CDU pur“ zu sorgen. Ziel müsse es sein, bei Wahlen wieder „Vierzig plus X“ zu erreichen.

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