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Politik Sechs Tote bei Gewalt zwischen Muslimen und Kopten
Mehr Welt Politik Sechs Tote bei Gewalt zwischen Muslimen und Kopten
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10:45 08.05.2011
In Kairo sind am Samstagabend mindestens sechs Menschen getötet worden. Quelle: dpa
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Bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Muslimen und koptischen Christen sind am späten Samstagabend in der ägyptischen Hauptstadt mindestens sechs Menschen getötet worden. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurden mehr als 50 Menschen verletzt. Nach Angaben von Augenzeugen waren hunderte konservative Muslime im Kairoer Armenviertel Imbaba vor eine Kirche gezogen, weil sie vermuteten, dass dort eine erst kürzlich vom Christentum zum Islam konvertierte junge Frau festgehalten werde. Schüsse seien gefallen und Molotowcocktails geworfen worden. Unter den Todesopfern seien auch mindestens zwei Muslime, hieß es.

Die Frau, die angeblich in der Kirche festgehalten wurde, sei zum Islam konvertiert, um einen muslimischen Mann heiraten zu können. Liebesbeziehungen gemischt-religiöser Paare sind in Ägypten immer wieder Auslöser von Gewalt. Frauen beider Religionen wird es zumeist nicht erlaubt, Männer anderen Glaubens zu heiraten.

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Kurz nach dem Zwischenfall in Imbaba zogen koptische Christen vor die US-Botschaft in Kairo. Sie kündigten an, solange dort ausharren zu wollen, bis der US-Botschafter mit ihnen über die „Ungerechtigkeiten gegen die christliche Minderheit“ spreche.

Zuletzt waren Anfang März in Kairo bei Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und Kopten 13 Menschen getötet und rund 100 weitere verletzt worden. Auslöser der Gewalt im Vorort Mokattam waren Proteste gegen die Zerstörung einer Kirche südlich der ägyptischen Hauptstadt.

Koptische Christen bilden in dem überwiegend von Muslimen bewohnten Ägypten einen Bevölkerungsanteil von schätzungsweise 10 bis 15 Prozent.

dpa