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15:51 03.07.2019
Carola Rackete wurde am Dienstag auf Sizilien aus dem Hausarrest entlassen. Quelle: dpa
Berlin/Agrigent

Sea-Watch hat die Kapitänin Carola Rackete nach ihrer Freilassung aus dem Hausarrest in der Nacht zu Mittwoch an einen sicheren Ort gebracht. Das sagte ein Sprecher dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Wo Rackete derzeit untergebracht ist, das teilt die Seenotrettungsorganisation nicht mit. „Carola hat viele Drohungen erhalten“, so der Sprecher. Die 31-jährige deutsche Kapitänin war am Sonnabend festgenommen und unter Hausarrest gestellt worden, weil sie die „Sea-Watch 3“ mit 40 Flüchtlingen an Bord unerlaubt in den Hafen der Insel Lampedusa gesteuert hatte.

Eine Ermittlungsrichterin hatte den Hausarrest am Dienstagabend aufgehoben. Racketes Entschluss, trotz Verbot in den Hafen einzulaufen, sei notwendig gewesen. Am Donnerstag, 9. Juli, muss sie wegen des Vorwurfs der Begünstigung der illegalen Einwanderung in Agrigent (Sizilien) vor Gericht erscheinen. Dafür drohen ihr bis zu fünf Jahre Haft. Entgegen anderer Meldungen habe die 31-Jährige keine Auflagen erhalten, bis dahin in Italien bleiben zu müssen. „Im Urteil stehen keine Restriktionen“, so der Sea-Watch-Sprecher.

Doch wie ihr Vater, Ekkehart Rackete, jetzt der Deutschen Presse-Agentur verriet, werde sie „nicht ganz so schnell“ nach Deutschland zurückkommen. Sie habe in ihrem neuen Domizil gut geschlafen und wolle für die zweite Anhörung in Italien bleiben, teilte er weiter mit. Derweil äußerte sich auch Außenminister Heiko Maas zu dem Fall.

Maas hofft schnelle Klärung

„Ich hoffe, dass die Vorwürfe gegen Frau Rackete nun rasch in den dafür vorgesehenen Verfahren geklärt werden“, sagte der SPD-Politiker. Nach der Freilassung der Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete aus Hausarrest in Italien mischen sich Erleichterung und Forderungen nach einem Ende der Strafverfolgung ziviler Seenotretter. Rackete erklärte in einer ersten Reaktion, die die Hilfsorganisation Sea-Watch im Kurznachrichtendienst Twitter verbreitete, die Entscheidung der italienischen Richterin vom Dienstagabend sei ein Sieg für die Solidarität mit allen Menschen auf der Flucht und gegen die Kriminalisierung von Helferinnen und Helfern in vielen Ländern Europas. „Mich hat die Solidarität, die mir so viele Menschen ausgedrückt haben, berührt“, hatte Rackete nach ihrer Freilassung am Dienstag gesagt.

Der italienische Innenminister Matteo Salvini reagierte empört auf die Entscheidung des Untersuchungsgerichts. „Für die italienische Justiz ist es offenbar kein Grund ins Gefängnis zu gehen, wenn man die Gesetze ignoriert und ein Boot der Finanzpolizei rammt“, erklärte er am Dienstagabend in einem Facebook-Video. Er schäme sich für diejenigen, die zuließen, dass der erstbeste Ausländer in Italien gegen Gesetze verstoße und das Leben von Soldaten gefährde, die ihre Arbeit täten.

Salvini nennt Rackete „kriminelle Kommandantin“

Der Innenminister erklärte, die richterliche Entscheidung sei eine Aufforderung, bei Sicherheitskontrollen nicht anzuhalten und Polizeiwagen zu rammen. Die „kriminelle Kommandantin“ werde ausgewiesen, da sie eine Bedrohung der nationalen Sicherheit sei, sagte Salvini.

Die Besatzung der „Sea-Watch 3“ hatte am 12. Juni insgesamt 53 Menschen aus dem Mittelmeer gerettet. In mehreren Fällen nahmen die italienischen Behörden Kranke und Babys auf, verweigerten jedoch die Einfahrt des Schiffes. Am Mittwoch vergangener Woche hatte Rackete angesichts des verzweifelten Zustands der verbliebenen 40 Menschen an Bord den Notstand ausgerufen und war in italienische Hoheitsgewässer eingefahren. Nach der Einfahrt in den Hafen von Lampedusa in der Nacht zum Samstag wurden die „Sea-Watch 3“ beschlagnahmt und Rackete festgenommen. Die Migranten durften an Land.

Von Manuel Behrens/RND/epd

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