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Politik Scientology in Frankreich wegen Betruges vor Gericht
Mehr Welt Politik Scientology in Frankreich wegen Betruges vor Gericht
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17:05 25.05.2009
Der Scientology-Chef für Frankreich, Eric Roux, stellte sich den Fragen der Presse. Quelle: Pierre Verdy/afp
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Die französische Zentrale von Scientology muss sich seit Montag als juristische Person vor einem Pariser Strafgericht verantworten. Die Anklage wirft der Organisation vor, einer Frau für überteuerte Kurse und Bücher rund 20.000 Euro aus der Tasche gezogen zu haben.

Es sei „das erste Mal, dass die Scientology-Kirche sich wegen gemeinschaftlichen Betruges vor Gericht verantworten muss“, sagte Klägeranwalt Olivier Morice zum Prozessauftakt. Neben sieben Mitgliedern der Organisation ist auch die Scientology-Buchhandlung in Paris als juristische Person angeklagt. Die Bewegung muss sich in den kommenden drei Wochen gegen den Vorwurf wehren, dass sie ihre Anhänger unter Druck setze und finanziell ausnehme. Scientology habe systematisch Persönlichkeitstests verkauft, „die jeden wissenschaftlichen Wertes entbehren“, hieß es in der Anklage.

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Die Klägerin hatte 1998 einen „Persönlichkeitstest“ bei Scientology gemacht. In der Folge kaufte die Französin Bücher, Medikamente und ein „Elektrometer“ zur Messung des Wohlbefindens für rund 20.000 Euro.

Die Organisation sprach von einem „ketzerischen Verfahren“ und „lügnerischen Anschuldigungen“. Für die Bewegung, die 1954 vom Science-Fiction-Autor Ron Hubbard in den Vereinigten Staaten gegründet wurde und berühmte Hollywoodstars wie Tom Cruise und John Travolta zu ihren Mitgliedern zählt, steht viel auf dem Spiel: „Wenn unser Mandant verurteilt wird, können die Scientologen in Frankreich nicht mehr tätig sein“, sagte ihr Rechtsanwalt Patrick Maisonneuve im Vorfeld des Verfahrens, das bis zum 17. Juni angesetzt ist.

afp