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14:34 04.09.2019
Johannes-Wilhelm Rörig, Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, und Sabine Walper, stellvertretnde Direktorin des DJI, stellen vor der Bundespressekonferenz den Bericht vor. Quelle: Wolfgang Kumm/dpa
Berlin

Die Schulen in Deutschland sind Schlusslicht bei Schutzkonzepten gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen. Nur 13 Prozent kümmern sich intensiv um das Thema, wie aus dem Abschlussbericht des Deutschen Jugendinstituts (DJI) zum Stand der Prävention sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen hervorgeht, der am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. In Kitas, Internaten und Heimen wird mehr getan.

Der Anteil der Schulen ist genau so niedrig wie vor fünf Jahren, als schon einmal untersucht wurde, welche pädagogischen Einrichtungen sich intensiv um das Thema kümmern. Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, forderte die Bundesländer auf, die Schulen zu Schutzkonzepten zu verpflichten und sie dabei mit Geld und Personal zu unterstützen.

Taten oft im familiären Umfeld

Dunkelfeldstudien zu sexuellem Missbrauch gehen davon aus, dass statistisch gesehen in Deutschland in jeder Schulklasse ein bis zwei Kinder sind, die Opfer von Übergriffen und sexualisierter Gewalt werden, in der Hälfte aller Fälle im familiären Umfeld.

Der Untersuchung zufolge hat ein Drittel aller Heime inzwischen ein Schutz- und Hilfekonzept, im Vergleichsjahr 2013 war es noch ein Viertel. Der Anteil der Internate, die sich intensiv um das Thema kümmern, stieg von 19 auf 28 Prozent. Heime und Internate standen 2010 beim Bekanntwerden der Missbrauchsskandale neben den Kirchen im Zentrum. Bei den Kitas gab es im selben Zeitraum eine Verdoppelung auf 22 Prozent.

Schutzkonzepte gegen sexuelle Gewalt beinhalten zum Beispiel schriftlich festgelegte Verhaltensregeln, Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer oder Erzieher sowie Beschwerdestellen für Kinder und Jugendliche.

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