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Politik Schüler und Studenten planen Protestaktionen
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15:56 11.06.2009
Mit einem bundesweiten Bildungsstreik wollen Schüler und Studenten ihrem Unmut über die gegenwärtigen Schul- und Studienbedingungen Ausdruck verleihen. Quelle: HenningKaiser/ddp

Die Initiatoren kündigten am Donnerstag in Berlin zahlreiche Protestaktionen in mehr als 100 Städten für die Woche vom 15. bis 19. Juni an. Zentraler Streiktag soll der 17. Juni mit deutschlandweiten Demonstrationen sein. Die Veranstalter rechnen damit, dass sich mindestens 150 000 Menschen an den Aktionen beteiligen.

Kritikwürdig seien insbesondere das Konjunkturpaket II und der neueste Bund-Länder-Pakt für Hochschule und Forschung, betonten die Schüler und Studenten. Die vermeintliche Förderung sei eine „Provokation“, weil die Situation von Schülern und Studenten „komplett missachtet“ werde. Die Gelder würden für bauliche Sanierungsmaßnahmen, für Elite-Unis oder außeruniversitäre Forschung ausgegeben und kämen bei den Einzelnen nicht an. Auch würden nicht genügend Studienplätze geschaffen.

Als weitere Forderung nannten die Protestveranstalter die Abschaffung von Bachelor und Master in der derzeitigen Form. Es handle sich bei den im Zuge des Bologna-Prozesses geschaffenen Veränderungen um eine „McDonaldisierung“ der Studiengänge, sagte der emeritierte Politikprofessor der Freien Universität Berlin (FU), Peter Grottian. Der „flachsinnige“ Bachelor ziele darauf ab, die Studenten im Schnelldurchlauf durch das Studium zu bringen. Die Interessen der Bildungspolitik und der Studenten hätten „seit 1968 noch nie so weit auseinandergeklafft“ wie derzeit, betonte der Professor.

In der deutschen Bildungspolitik gehe es nur noch um die Schaffung von „Humankapital“, kritisierten die Initiatoren. Das gelte für die neuen Studiengänge wie für das „Turbo-Abitur“ nach zwölf Schuljahren. Das Interesse der Schüler und Studenten bestehe darin, sich frei entfalten zu können und zu kritischen Menschen heranzuwachsen. Auch sei das Bildungssystem ungerecht, da sozial benachteiligte Kinder öfter von höheren Schulformen ausgeschlossen und ihnen der Weg auf eine Universität häufiger verwehrt blieben. Auch das Konjunkturpaket II ändere nichts an der Situation. „Kein Migrantenkind bekommt eine Chance, wenn die Schuldächer abgedichtet werden“, sagte Grottian.

Unterstützung erhalten die Schüler und Studenten von mehr als 70 lokalen Bündnissen und 230 Organisationen sowie vom globalisierungskritischen Netzwerk Attac und der Gewerkschaft ver.di. Der Veränderungsbedarf im Bildungssystem sei offensichtlich, betonte ver.di-Chef Frank Bsirske. Deutschland nehme in der EU Platz 25 bezüglich der Bildungsausgaben ein. Es sei gut und „lange überfällig“, gegen dieses „chronisch unterfinanzierte Bildungssystem“ aufzubegehren. Es könne nicht sein, dass „marode Banker“ Milliardenhilfen erhielten, während in anderen Bereichen wie der Bildung gespart werde.

Die Proteste der vergangenen Jahre gegen Studiengebühren und Sozialabbau haben nach Einschätzung der Verantwortlichen wenig Wirkung gezeigt. Nun gehe es im Kern darum, Möglichkeiten einer emanzipatorischen Bildungs- und Gesellschaftspolitik aufzuzeigen. Zentrale Interessen seien ein selbstbestimmteres Lernen, freier und kostenloser Bildungszugang und die öffentliche Finanzierung des Bildungssystems ohne wirtschaftliche Einflussnahme.

ddp

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