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Politik Schlechte Umfragewerte: Tiefensee fordert Tempo bei SPD-Vorsitzendensuche
Mehr Welt Politik Schlechte Umfragewerte: Tiefensee fordert Tempo bei SPD-Vorsitzendensuche
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05:10 07.08.2019
Wolfgang Tiefensee (SPD), Landesvorsitzender, Thüringer Wirtschaftsschaftsminister und Spitzenkandidat für die Landtagswahl im Oktober: „Die Umfragewerte sind sehr bitter.“ Quelle: Michael Reichel/dpa
Berlin

Es ist eine neue Hiobsbotschaft für die SPD – mal wieder. In einer aktuellen Umfrage landet die Partei deutschlandweit auf dem niedrigsten Stand, der jemals gemessen wurde. Im Insa-Meinungstrend für die „Bild“-Zeitung gaben nur noch 11,5 Prozent der Wahlberechtigten an, dass sie ihr Kreuz bei der SPD machen würden, wenn am Sonntag Bundestagswahl wären. So wenige waren es noch nie.

CDU/CSU (27,5 Prozent), Grüne (23,5 Prozent) und auch AfD (15 Prozent) liegen deutlich vor den Sozialdemokraten. FDP und Linke kommen mit jeweils 9 Prozent gefährlich nahe. Rutscht die SPD in den kommenden Wochen auf den letzten Platz ab? Unmöglich ist das nicht mehr.

Angesichts dieser Horrorzahlen wächst in den Landesverbänden die Unruhe. Vor allem in den drei ostdeutschen Bundesländern, in denen noch in diesem Herbst Landtagswahlen anstehen, beobachten die Sozialdemokraten den Niedergang ihrer Genossen im Bund mit zunehmenden Entsetzen.

„Eisiger Gegenwind“

„Die Umfragewerte sind sehr bitter und zeigen, dass die Menschen im Land wissen wollen, woran sie bei der SPD sind und wofür sie steht“, räumt Wolfgang Tiefensee, Spitzenkandidat der thüringischen SPD für die Landtagswahl am 27. Oktober ein. Er appelliert an seine Genossen im Bund, sich dem Abwärtstrend entgegenzustellen. „Die Botschaft muss sein: Personaldebatten schnell klären, Leute mit Erfahrung, Ausstrahlung und frischen Ideen müssen ran und unterstützt werden“, sagte er dem RND. Vor allem müssten politische Projekte umgesetzt werden, die die Lebenssituation der arbeitenden Mitte verbessern, forderte der frühere Bundesverkehrsminister. „Auch wenn momentan eisiger Gegenwind bläst, die SPD wird gebraucht“, sagte Tiefensee.

Brandenburgs SPD-Ministerpräsident Dietmar Woidke sagte dem RND, er kämpfe „für und um Brandenburg“, nicht um Berlin. „Die SPD macht im Bund eine sehr gute Arbeit, aber das dringt derzeit leider nicht durch“, erklärte Woidke. Sein Tipp an die Partei: „Nicht irre machen lassen, sondern in Ruhe eine neue Spitze finden und wählen.

Derzeit sucht die SPD eine neue Parteispitze und hat inzwischen 23 Regionalkonferenzen terminiert, bei denen sich die Bewerber vorstellen sollen. Die erste Veranstaltung findet am 4. September in München statt, die letzte am 12. Oktober in München. Die Kandidatentour wird nicht nur in Großstädten wie Hannover, Berlin oder Hamburg Halt machen, sondern auch in Mittelstädten wie Bad Hersfeld, Neubrandenburg, Kamen oder Troisdorf.

Danach sollen die Mitglieder befragt werden, bevor ein Parteitag Anfang Dezember die neue Führung formell bestätigen muss.

Mehr lesen: Warum der Vizekanzler in der eigenen Partei zum Zusehen verdammt ist

Von Andreas Niesmann/RND

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