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Politik Schlechte Aussichten für den Süden
Mehr Welt Politik Schlechte Aussichten für den Süden
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20:35 16.08.2009
Von Bernd Knebel
Die Arbeitslosigkeit trifft verstärkt Bayern und Baden-Württemberg. Quelle: ddp
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„Das bisherige arbeitsmarktpolitische Gefälle von Ost nach West und von Nord nach Süd hat sich deutlich verschoben“, schreibt der Leiter der Abteilung Arbeitsmarktpolitik im DGB. Jetzt liege „das Epizentrum eher im Süden und einigen westlichen Zentren und weitet sich langsam auf die Republik aus.“ So habe im Juni 2009 gegenüber dem Vorjahresmonat die offizielle Arbeitslosigkeit im „Musterländle“ Baden-Württemberg um 33,3 Prozent zugenommen, in Bayern noch um 23,1 Prozent. Demgegenüber habe der Anstieg der Arbeitslosigkeit in ganz Westdeutschland „nur“ bei 11,9 Prozent und in Gesamtdeutschland bei 7,9 Prozent gelegen. Unterdurchschnittlich stieg die Arbeitslosigkeit unter anderem in Niedersachsen (plus 4,4 Prozent), Hessen (plus 5,1 Prozent) und Schleswig-Holstein (plus 5,3 Prozent). In den ostdeutschen Ländern nahm im Vergleichszeitraum die Arbeitslosigkeit insgesamt lediglich um 0,5 Prozent zu, wobei allerdings die registrierte Arbeitslosigkeit in den neuen Ländern mit 12,9 Prozent immer noch fast doppelt so hoch wie in den westdeutschen Ländern mit 6,9 Prozent sei, betont.

Arbeitsmarktexperte Adamy führt die unterschiedliche Entwicklung bei der Arbeitslosigkeit wie auch der starken Zunahme der Kurzarbeit auf die Industriestruktur in den Regionen zurück. „Am stärksten betroffen sind in allen Regionen die Beschäftigten im Fahrzeugbau. Jeder fünfte in diesem Sektor Beschäftigte musste bundesweit bereits in Kurzarbeit gehen.“ Dass trotz des massiven Auftragseinbruchs in der Wirtschaft die Auswirkung auf den Arbeitsmarkt „bisher weniger dramatisch ist als in vielen anderen Ländern“, führt der DGB-Experte auf den massiven Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente zurück.

Klaus von der Brelie 16.08.2009