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21:38 09.03.2014
Foto: Als Favorit für den Präsidentenposten gilt der ehemalige Guerillakommandeur Salvador Sánchez Cerén von der regierenden Linkspartei FMLN.
Als Favorit für den Präsidentenposten gilt der ehemalige Guerillakommandeur Salvador Sánchez Cerén von der regierenden Linkspartei FMLN. Quelle: dpa
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San Salvador

Die Salvadorianer haben am Sonntag den Nachfolger des moderaten Präsidenten Mauricio Funes gewählt. Als Favorit galt der ehemalige Guerillakommandeur Salvador Sánchez Cerén von der regierenden Linkspartei FMLN. Der amtierende Vizepräsident lag in Umfragen zuletzt deutlich vor Norman Quijano von der rechtskonservativen Partei Arena, der als innenpolitischer Hardliner gilt.

Auch mehr als 20 Jahre nach Ende des Bürgerkriegs stehen sich die politischen Lager in El Salvador noch unversöhnlich gegenüber. Die FMLN ist aus der linksgerichteten Guerillabewegung hervorgegangen, die oppositionelle Arena wurde einst von Mitgliedern der rechten Todesschwadronen gegründet.

In der Stichwahl stimmen die Salvadorianer auch darüber ab, ob die sozialdemokratische Politik von Präsident Funes fortgeführt wird oder ob das Land auf einen wirtschaftsliberalen Kurs umschwenkt. Die Sozialprogramme der amtierenden Regierung sind vor allem in der Unterschicht äußerst populär. Die Wirtschaftselite des Landes hingegen fordert, die Regierung müsse für mehr Sicherheit sorgen und den privaten Sektor besser schützen.

Bis zum Mittag (Ortszeit) wurden keine größeren Zwischenfälle gemeldet. Sánchez Cerén gab seine Stimme am Morgen in einem Theater in San Salvador ab. Begleitet wurde er von seinem Vizepräsidentschaftskandidaten Oscar Ortiz und dem ehemaligen honduranischen Präsidenten Manuel Zelaya. Im Falle eines Wahlsiegs wolle er auch mit seinen politischen Gegnern zusammen arbeiten, sagte Cerén.

Norman Quijano wählte in einer Privatschule in einem exklusiven Viertel der Hauptstadt. „Wir sind optimistisch, dass wir gewinnen können“, sagte er an der Seite seiner Töchter. Auch Quijano machte klar, dass die verfeindeten Lager des Landes nach der Wahl kooperieren müssten. „Die FMLN kann nicht ohne Arena regieren und Arena kann nicht ohne die FMLN regieren“, sagte Quijano.

Die Wahllokale sollten um 17.00 Uhr (24.00 Uhr MEZ) schließen. Mit ersten Ergebnissen wurde ab 22.00 Uhr (Montag 05.00 Uhr MEZ) gerechnet. Der neue Präsident tritt sein Amt am 1. Juni an.

dpa

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