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Politik Sahra Wagenknecht: Ich wollte keine Aufsplitterung des linken Lagers
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09:13 28.08.2019
Sahra Wagenknecht im November bei einer Kundgebung der Bewegung „Aufstehen“ in Berlin.
Berlin

Frau Wagenknecht, ehemalige Mitstreiter der von Ihnen initiierten linken Sammlungsbewegung sagen, „Aufstehen“ wäre gescheitert. Was meinen Sie?

„Aufstehen“ wurde gegründet, um dem linken Lager neuen Schwung zu verleihen und neue Mehrheiten für die Wiederherstellung des Sozialstaats und eine friedliche Außenpolitik möglich zu machen. Ausgangspunkt war der desolate Zustand der SPD und die relative Schwäche der Partei Die Linke, deren gemeinsamer Wähleranteil schrumpft, obwohl sich eine Mehrheit der Bevölkerung eine sozialere Politik wünscht. Aufstehen hat mit der großen Resonanz von über 170 000 Mitstreitern in kürzester Zeit bewiesen, dass eine Politik für mehr sozialen Ausgleich die Menschen erreicht.

Ist "Aufstehen" gescheitert?

Bei den Spitzen der Parteien sind wir leider auf eine komplette Blockade gestoßen. Da Aufstehen selbst ausdrücklich keine Partei werden wollte, ist die Bewegung bisher tatsächlich an der Selbstgefälligkeit der führenden Parteipolitiker gescheitert. Die Umfragewerte von SPD und Linker heute zeigen allerdings, wie richtig das Anliegen von Aufstehen war und wie notwendig eine Neuaufstellung nach wie vor ist. Mit nach wie vor über 150 000 registrierten Mitgliedern und mehreren hundert aktiven Ortsgruppen ist es allerdings zu früh, über Erfolg oder Scheitern von Aufstehen ein endgültiges Urteil zu fällen.

Wenn ich die Parteispitze der Linken hätte verändern wollen, hätte ich nicht meine Energie in den Aufbau einer überparteilichen Bewegung investiert, sondern auf dem Parteitag 2018 für den Parteivorsitz der Linken kandidiert, wozu mich damals viele gedrängt haben.

Sahra Wagenknecht; Fraktionschefin der Linken im Bundestag

Ihnen wird vorgeworfen, kein Machtwort gegenüber Ihren Anhängern im Trägerverein gesprochen zu haben, die quasi die Kommunikationsvollmacht besessen hätten. Können Sie das verstehen?

Der eigentliche Konflikt bestand zwischen denen, die aus Aufstehen eine Partei machen wollten, und denen, die das nicht wollten. Ich wollte keine weitere Aufsplitterung des linken Lagers und deshalb ausdrücklich keine neue Partei, obwohl ich verstehe, dass die gegenteilige Position, gerade nach der ablehnenden Reaktion der angesprochenen Parteien, auch an der Basis von Aufstehen zunehmenden Rückhalt fand. Es war ganz sicher auch ein Problem, dass ich gerade in der Findungsphase von "Aufstehen" gesundheitsbedingt für zwei Monate komplett ausgefallen bin.

Politikwissenschaftler sagen, Sie hätten „Aufstehen“ als Versuch genutzt, mehr Druck auf die Parteispitze der Linken ausüben zu können. Was sagen Sie dazu?

Das ist albern. Wenn ich die Parteispitze der Linken hätte verändern wollen, hätte ich nicht meine Energie in den Aufbau einer überparteilichen Bewegung investiert, sondern auf dem Parteitag 2018 für den Parteivorsitz der Linken kandidiert, wozu mich damals viele gedrängt haben. Natürlich ging es Aufstehen darum, für eine linke Politik zu werben, die tatsächlich wieder Mehrheiten erreichen kann. Dass Aufstehen bereits im Vorfeld seiner Gründung bei Umfragen ein Wählerpotential von über 30 Prozent bescheinigt wurde, zeigt, dass weit mehr möglich ist als SPD und Linke derzeit erreichen.

Von Thoralf Cleven/RND

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