Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik SPD verharrt im Umfragetief
Mehr Welt Politik SPD verharrt im Umfragetief
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:45 07.08.2009
Bei einer Direktwahl würden sich nur 25 Prozent für SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier entscheiden. Quelle: Jens-Ulrich Koch/ddp
Anzeige

Das ist ein Prozentpunkt weniger als vor zwei Wochen. Auch in weiteren Umfragen verschlechterte sich die Partei. SPD-Landespolitiker stellen nun die Wahlkampfstrategie der Bundespartei in Frage.

Die politische Stimmung, die längerfristige Bindungen von Wählern an die Parteien und taktische Überlegungen außen vor lässt, hat sich dem am Freitag vorgestellten Politbarometer zufolge ebenfalls nicht zugunsten der SPD gedreht. Die Sozialdemokraten kommen hier nur auf 24 Prozent, einen Punkt weniger als zuletzt. Die Union erreicht erneut 37 Prozent, die FDP unverändert 13 Prozent. Die Grünen verbessern sich leicht auf 12 Prozent, die Linke bleibt bei 7 Prozent.

Anzeige

Auch in der Kanzlerfrage kann Steinmeier nicht gegen Amtsinhaberin Angela Merkel (CDU) punkten. Wie schon Ende Juli würden sich bei einer Direktwahl 62 Prozent für Merkel und 25 Prozent für Steinmeier entscheiden.

Steinmeiers Plan, bis zum Jahr 2020 vier Millionen neue Arbeitsplätze zu schaffen, wird von den Bürgern mit Skepsis gesehen. Nur 13 Prozent halten das für realisierbar, 83 Prozent glauben nicht, dass das Ziel erreicht werden kann.

Der aktuelle „ARD-Deutschlandtrend“ zeichnet für die SPD ein ähnlich düsteres Bild. Demnach verloren Union und Sozialdemokraten in der sogenannten Sonntagsfrage im Vergleich zur Vorwoche in der Wählergunst jeweils einen Punkt. Die CDU/CSU kommt danach auf 35 Prozent der Stimmen, die SPD auf 23 Prozent. Die FDP legte zwei Punkte zu und kommt nun auf 16 Prozent. Union und FDP hätten damit zusammen eine rechnerische Mehrheit von 51 Prozent.

Bei der aktuellen Sonntagsfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid für den Nachrichtensender N24 läuft der Trend sieben Wochen vor der Bundestagswahl weiterhin gegen die Sozialdemokraten. Die SPD kommt hier wie in den anderen Umfragen auch auf 23 Prozent und verliert einen Prozentpunkt im Vergleich zur Vorwoche. Emnid-Geschäftsführer Klaus-Peter Schöppner sagte: „Den Sozialdemokraten gelingt es einfach nicht, ein richtiges Thema zu setzen und ein Gegengewicht zu Kanzlerin Merkel aufzubauen.“

In der Partei wird derweil das Murren über die Wahlkampfstrategie der SPD-Spitze lauter. Nach Hamburgs SPD-Landeschef Ingo Egloff forderte auch der schleswig-holsteinische SPD-Landesvorsitzende Ralf Stegner ein offensiveres Auftreten. „Ich warne vor der Annahme, dass alle Wählerinnen und Wähler automatisch erkennen und honorieren, welchen Stempel wir Sozialdemokraten der Regierung aufgedrückt haben“, sagte Stegner.

Stegner sprang seinem Hamburger Amtskollegen ausdrücklich bei: „In einem zentralen Punkt hat Ingo Egloff völlig recht: Es sind sozialdemokratische Ministerinnen und Minister, die mit ihrer Politik die Erfolge erzielt haben, mit denen Frau Merkel sich jetzt schmückt. Deshalb gilt es, im Wahlkampf die Leistungen der SPD in der großen Koalition selbstbewusst zu vermitteln.“

Egloff hatte zuvor kritisiert, die SPD müsse im Wettstreit mit der Union eigene Leistungen offensiver verkaufen, und gesagt: „Zu PR in eigener Sache waren wir schon manchmal zu blöd“.

ddp

Mehr zum Thema

Zwei Monate vor der Bundestagswahl ist die Union einer aktuellen Umfrage zufolge in der Wählergunst auf ein neues Jahreshoch geschnellt. In der wöchentlichen Erhebung des Hamburger Magazins „Stern“ sowie des Fernsehsenders RTL kletterten CDU und CSU im Vergleich zur Vorwoche um zwei Punkte auf 38 Prozent.

29.07.2009

SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier hat sein Versprechen, im Verlauf von zehn Jahren vier Millionen neue Arbeitsplätze schaffen zu wollen, gegen Kritik aus der Wirtschaft und den anderen Parteien verteidigt. „Das ist das Ziel, das wir schaffen können innerhalb des nächsten Jahrzehnts“.

04.08.2009

Zwei Monate vor der Bundestagswahl glauben die meisten Bundesbürger nicht mehr an einen Stimmungswechsel zugunsten der SPD. Nur 13 Prozent sehen eine realistische Möglichkeit, dass sich das Blatt für die Sozialdemokraten in den nächsten Wochen noch grundlegend ändert.

31.07.2009