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Politik Hessens SPD-Chef geht und wird Entwicklungshelfer
Mehr Welt Politik Hessens SPD-Chef geht und wird Entwicklungshelfer
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16:03 19.03.2019
Hessischer SPD-Chef und Bundesvize Thorsten Schäfer-Gümbel: Rückzug von allen Ämtern. Quelle: Arne Dedert/dpa
Berlin

Der hessische SPD-Landeschef und Bundesvize Thorsten Schäfer-Gümbel zieht sich vollständig aus der Politik zurück. Noch im Laufe dieses Jahres will er sämtliche Ämter und Mandate niederlegen, sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene. Das teilte Schäfer-Gümbel nach Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) am Dienstagmorgen Parteifreunden in Hessen mit.

Bei den Parteitagen der Hessen- und Bundes-SPD Ende des Jahres will er nicht erneut für seine Parteiämter kandidieren. Auch sein Landtagsmandat und den Fraktionsvorsitz gibt er auf.

Zehn Jahre an der Spitze der Hessen-SPD

Schäfer-Gümbel stand zehn Jahre an der Spitze der hessischen SPD. 2009 hatte er in schwieriger Lage Verantwortung für seine Landespartei übernommen und war als Spitzenkandidat in eine fast schon aussichtslose Landtagswahl gegangen. Zuvor war Andrea Ypsilanti mit dem Versuch gescheitert, eine rot-rot-grüne Regierung zu bilden, obwohl sie genau das im Landtagswahlkampf zuvor ausgeschlossen hatte.

2013 startet Schäfer-Gümbel, inzwischen auch Partei- und Fraktionschef, einen zweiten vergeblichen Versuch, hessischer Ministerpräsident zu werden. Als es im vergangenen Jahr auch mit dem dritten Wahlsieg nichts wurde, deutete sich das Ende der politischen Karriere des Vaters dreier Kinder bereits an.

Andeutung zu Tagesbeginn bei Twitter

Die Entscheidung hat sich Schäfer-Gümbel offenbar gut überlegt. Darauf deutet eine Nachricht hin, die er am Dienstagmorgen über den Kurznachrichtendienst Twitter versendete. „Die Sonne scheint, das wird ein guter Tag! Allen einen guten Start“, schrieb Schäfer-Gümbel, der da bereits wusste, dass er an diesem Tag seinen Abschied aus der Politik verkünden würde.

Laut einem Bericht des Tagesspiegels wechselt der 49-Jährige in den Entwicklungshilfe. Demnach soll er Arbeitsdirektor im Vorstand der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) werden. Die GIZ ist ein Unternehmen im Besitz des Bundes und in der Entwicklungszusammenarbeit aktiv.

Eigentlich war ein anderer für den neuen Job vorgesehen

Das Vorschlagsrecht für die Besetzung des Führungspostens liegt bei der SPD. Ursprünglich hatte die Parteispitze den ehemaligen Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium Matthias Machnig vorgeschlagen. Dagegen hatte sich Widerstand im Aufsichtsrat der GIZ formiert.

Laut Tagesspiegel wird Schäfer-Gümbels neuer Job mit rund 200.000 Euro jährlich vergütet. Die endgültige Entscheidung trifft der Aufsichtsrat am 9. April, die Zustimmung gelte aber als sicher.

Von Andreas Niesmann/RND

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