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Politik Rückkehr des gestürzten Präsidenten gescheitert
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08:54 06.07.2009
Militär und Polizei haben das Gelände abgesperrt, Fahrzeuge verhinderten die Landung. Quelle: Martinez/afp
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Nachdem das Militär am Sonntag den Flughafen der Hauptstadt Tegucigalpa blockierte, musste Zelaya zunächst nach Nicaragua und dann nach El Salvador ausweichen. Bei Zusammenstößen zwischen Zelaya-Anhängern und Sicherheitskräften kamen nach Polizeiangaben zwei Demonstranten ums Leben.

Zehntausende Menschen hatten sich am Flughafen von Tegucigalpa versammelt, um den aus Washington kommenden Zelaya in Empfang zu nehmen. Die Interimsregierung hatte allerdings schon im Vorfeld deutlich gemacht, Zelayas Flugzeug keine Landeerlaubnis zu erteilen. Als die Maschine den Flughafen anflog, versperrten mehrere Militärfahrzeuge die einzige Start- und Landebahn.

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Noch während die Maschine über Tegucigalpa kreiste, sagte Zelaya dem TV-Sender Telesur, er habe alles versucht. Es bestehe die Gefahr, dass Jagdflugzeuge der Armee seine Maschine „abfangen“. „Hätte ich einen Fallschirm gehabt, wäre ich aus dem Flugzeug gesprungen“, sagte der vor einer Woche entmachtete Staatschef. Zugleich kündigte er an, einen neuen Rückkehrversuch unternehmen zu wollen. „Wenn es jetzt nicht geht, dann werden wir es morgen oder übermorgen wieder probieren.“

Vor der versuchten Landung war die Lage am Flughafen kurzzeitig eskaliert, als Zelaya-Anhänger versuchten, auf das abgeriegelte Gelände vorzudringen. Die Sicherheitskräfte setzten Wasserwerfer ein und schossen auf Demonstranten. Nach Polizeiangaben starben zwei Demonstranten, zwei weitere wurden verletzt. Nach dem gescheiterten Rückkehrversuch löste sich die Menge vor dem Flughafen langsam auf, wie ein AFP-Korrespondent berichtete. Die Interimsregierung verschärfte die Ausgangssperre für die Abend- und Nachtstunden.

Zelaya flog zunächst in die nicaraguanische Hauptstadt Managua weiter, wo die Maschine nach Angaben der örtlichen Behörden auftankte. Zelaya traf unterdessen am Flughafen kurz er kurz mit Nicaraguas Staatschef Daniel Ortega zusammen. Anschließend setzte er seine Odyssee ins Nachbarland El Salvador fort, wo der Generalsekretär der Organisation Amerikanischen Staaten (OAS), José Miguel Insulza, sowie mehrere regionale Staatschefs auf ihn warteten.

Insulza und die Präsidenten von Argentinien, Ecuador und Paraguay, Cristina Kirchner, Rafael Correa und Fernando Lugo, wollten ursprünglich mit Zelaya von Washington nach Honduras fliegen. Sie entschlossen sich allerdings, doch in einer zweiten Maschine direkt nach El Salvador zu reisen. Mit Zelaya an Bord war der aus Nicaragua stammende Präsident der UN-Vollversammlung, Miguel d’Escoto Brockmann. Der Chef der honduranischen Interimsregierung, Roberto Micheletti, warf Nicaragua vor, Soldaten an die honduranische Grenze zu entsenden. Die nicaraguanische Armee wies das zurück.

Zelaya war am Sonntag vergangener Woche gestürzt und vom Militär außer Landes gebracht worden. Die Armee begründete den Putsch mit Zelayas Streben nach einer in der Verfassung nicht vorgesehenen weiteren Amtszeit als Präsident nach den Wahlen im November. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) schloss Honduras wegen des Putsches am Wochenende aus ihren Reihen aus. Sollte es Zelaya gelingen, in seine Heimat zurückzukehren, droht ihm die Festnahme.

afp

06.07.2009
Michael Grüter 05.07.2009