Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Röttgen will alte AKWs nicht um jeden Preis retten
Mehr Welt Politik Röttgen will alte AKWs nicht um jeden Preis retten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:00 13.02.2010
Norbert Röttgen (CDU) will alte Atomkraftwerke wie Neckarwestheim 1 und Biblis A in Südhessen nicht politisch vor der drohenden Abschaltung retten. Quelle: dpa
Anzeige

Röttgen sagt dem „Tagesspiegel“ in der Sonntagausgabe: „Bis dahin muss der Betrieb einzelner Kernkraftwerke auf der Basis des geltenden Rechts entschieden werden.“

Es sei Sache der Energiekonzerne, sich über andere Wege wie die Übertragung von Strommengen aus anderen Atommeilern zu verständigen. „Der Staat ist kein Händler“, betonte der CDU-Politiker. Dieses „traditionelle, konservative Verständnis vom Staat“ unterscheide die neue Regierung von Rot-Grün. Auch Sicherheit sei keine Frage von Verhandlungen.

Anzeige

Der baden-württembergische Atommeiler Neckarwestheim 1 muss nach dem rot-grünen Energiekonsens voraussichtlich im Mai abgeschaltet werden, das hessische Kraftwerk Biblis A wohl im Sommer. Das Energiekonzept der Koalition soll im Herbst vorliegen.

Röttgen verteidigte seinen Kurs gegen harte Kritik der FDP und aus den eigenen Reihen. „Ich werde den Koalitionsvertrag sehr genau einhalten“, sagte der Minister. „Wir haben die Kernenergie als ’Brückentechnologie’ definiert und festgehalten, dass die Brücke endet, wenn die erneuerbaren Energien verlässlich die Kernenergie ersetzen.“ Den Kritikern hielt er „Missverständnisse“ vor. „Einige nehmen nicht wahr, was auf dem Papier des Koalitionsvertrags steht“, sagte er. Viele unterschätzten aber auch die enormen wirtschaftlichen Chancen einer grundlegenden Erneuerung der Energiestruktur.

Ausdrücklich verwahrte sich der CDU-Politiker gegen den Vorwurf, die eigene Partei mit seinem Atomkurs vor den Kopf zu stoßen. „Die meisten sind darüber durchaus erleichtert“, sagte er. „Meine Partei und ihre Mitglieder freuen sich, einen wertkonservativen Ansatz des Erhaltens und Bewahrens der Natur mit einem wirtschaftspolitischen Wachstumsprojekt verbinden zu können.“

ap

Mehr zum Thema

Neuer Störfall in der Union: Der Widerstand der Unionsländer Länder Baden-Württemberg, Bayern und Hessen gegen den Atomkurs von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) wächst.

12.02.2010

Die Union hat die Auseinandersetzung über den Atom-Vorstoß von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) vorerst vertagt. Nach heftigen Attacken von FDP und einzelnen CDU-Politikern stellten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die CDU-Führung am Montag zwar hinter den Umweltminister.

08.02.2010

Umweltminister Norbert Röttgen will schneller aus der Atomkraft aussteigen und wird dafür nicht nur von der eigenen Partei kritisiert. Auch vom Koalitionspartner FDP kommt Gegenwind.

08.02.2010
Politik Stefan Koch zu Westerwelles Liberalismus - Die Stimme versagt
12.02.2010
12.02.2010