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Politik Rösler berät persönlich zum Thema Energiesparen
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14:46 25.09.2012
Foto: Wirtschaftsminister Philipp Rösler auf Hausbesuch bei Petra Röske und Hartmut Müller.
Wirtschaftsminister Philipp Rösler auf Hausbesuch bei Petra Röske und Hartmut Müller. Quelle: dpa
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Berlin

Über den alten Röhrenfernseher im Wohnzimmer von Petra Röfke muss Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) ein wenig schmunzeln. „Der muss noch vorglühen, oder?“, kommentiert er den Stromfresser spöttisch. In der kleinen Siedlung Hönow vor den Toren Berlins begleitet der Minister am Dienstag eine Energieberaterin der Verbraucherzentrale. Und muss gleich zugeben: Ein Plasma-TV, der wohl bei ihm zu Hause steht, verbrauche auch nicht weniger. Energiesparen – könnte man sagen – ist Röslers neues Steckenpferd.

Bisher gilt der Wirtschaftsminister Umweltverbänden und der Opposition bei dem Thema eher als Blockierer. EU-Vorschläge für verbindliche Einsparungen wurden auf seinen Druck hin verändert. Der Bund der Energieverbraucher verlieh ihm sogar die Negativauszeichnung „Trübe Funzel“. Jetzt wirbt Rösler für Energieeffizienz als „tragende Säule bei der Umsetzung der Energiewende“. „Energie, die nicht verbraucht wird, muss auch nicht erzeugt werden“, ist sein Argument. Das alles müsse aber ohne Zwang funktionieren.

Beim Rundgang um das rosafarbene Einfamilienhaus von Petra Röfke fällt Rösler gleich ein Blindfenster auf. Eine ehemalige Terrassentür, deren untere Hälfte mit Kunststoff verkleidet wurde. „Damit heizen Sie den Garten und verschleudern im Jahr 50 Euro“, stimmt Energieberaterin Birgit Holfert dem Minister zu. Einen Rüffel erteilt Rösler der Hausbesitzerin auch für ihre alten Glühbirnen. Als er ungedämmte Heizungsleitungen im Keller sieht, will er am liebsten gleich zum Baumarkt laufen – „so ein Rohr hab ich zu Hause auch“.

Es sei eindrucksvoll, wie viele versteckte Stromfresser es sogar in neuen Häusern noch gebe, wundert sich Rösler. „Das ist irre, oder? Man sollte mal überlegen, was das für eine ganze Siedlung oder ganz Deutschland bedeutet, wenn man so viel Energie einsparen könnte.“ Bei vielen Wohnungen kann den Verbraucherzentralen zufolge eine Sanierung der Heizung den Bedarf an Heizenergie um 80 Prozent senken.

Energieeinsparen wird immer wichtiger, wenn die Akzeptanz für die Energiewende nicht verloren gehen soll. Sorgenvoll blickt die Regierung auf den 15. Oktober, wenn die neue Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien bekanntgegeben wird. Es wird ein satter Anstieg erwartet: Ein Haushalt mit einem Verbrauch von 3500 Megawattstunden muss kommendes Jahres wahrscheinlich rund 175 statt bisher 125 Euro für die Ökoenergie-Förderung bezahlen.

Mit seiner Begeisterung fürs Energiesparen wildert Rösler auch ein wenig auf dem Terrain von Umweltminister Peter Altmaier (CDU). Der hatte sich kürzlich ebenfalls mit Stromspar-Helfern getroffen, die vom Umweltministerium gefördert werden. Altmaier will das Programm von Caritas und dem Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen ausweiten. Den Titel des „Energiespar-Ministers“ wird er sich nicht so schnell streitig machen lassen.

dpa

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