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Politik Rettungsschiff “Open Arms”: Verzweifelte springen von Bord
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12:26 20.08.2019
Das Schiff "Open Arms" im Blickfeld von Urlaubern auf Lampedusa. Quelle: Friedrich Bungert/-/dpa
Madrid/Rom

Im Tauziehen um das spanische Rettungsschiff „Open Arms“ mit knapp 100 Migranten an Bord hat die spanische Regierung eine Lösung angekündigt. Dies werde bereits in den „nächsten Stunden“ geschehen, sagte Verteidigungsministerin Margarita Robles am Dienstagmorgen. Wie genau diese Lösung aussehen solle, ließ sie offen. Angesichts der humanitären Notlage an Bord dürfe niemand wegschauen, sagte sie. Der italienische Innenminister Matteo Salvini kümmere sich nicht um Menschenleben, sondern nur um seinen Wahlkampf.

"Die Situation ist außer Kontrolle"

Schon bevor klar war, wie die Lösung Spaniens aussehen wird, teilte Salvini mit: „Spanische NGO, spanisches Schiff, spanischer Hafen: richtig so. Die italienische Kohärenz und die Standhaftigkeit zahlen sich aus, wir sind nicht länger das Flüchtlingslager Europas.“ Mehrere Migranten sprangen derweil in einem verzweifelten Versuch, die italienische Insel Lampedusa zu erreichen, am Morgen ins Wasser. Helfer versuchten, sie zurück an Bord zu bringen. „Die Situation ist außer Kontrolle“, schrieb die Hilfsorganisation Proactiva Open Arms.

„Open Arms“-Initiator Oscar Camps schrieb in der Nacht auf Twitter, unter den aktuellen Bedingungen an Bord könne das Schiff nicht einmal mehr eine Reise von drei Tagen zu den Balearen antreten. Die Psychologen an Bord hätten eindringlich davor gewarnt, mit den verbliebenen Flüchtlingen erneut aufs offene Meer zu fahren.

Lesen Sie hier: Wie auch Deutschland Hilfe anbot

Heftige Kritik an Matteo Salvini

Bereits zuvor hatte Robles den rechten Politiker Salvini für sein Vorgehen kritisiert. Obwohl die „Open Arms“ seit Tagen direkt vor Lampedusa liegt und sich mehrere EU-Staaten zur Aufnahme der Menschen bereiterklärt hatten, will dieser die Menschen weiter nicht an Land lassen. „Das, was Salvini im Zusammenhang mit Open Arms macht, ist eine Schande für die gesamte Menschheit“, sagte Robles.

An Bord des Schiffs befinden sich noch etwa 100 Migranten, die zum Großteil vor fast drei Wochen gerettet wurden. Die Regierung in Madrid hatte dem Schiff am Wochenende den nächstgelegenen spanischen Hafen zum Anlegen angeboten. Das wären die Inseln Menorca und Mallorca. Allerdings hält die NGO die tagelange Fahrt quer über das Mittelmeer wegen der prekären Lage an Bord für nicht machbar. Die NGO erklärte, es sei günstiger, die Migranten nach Spanien zu fliegen.

RND/dpa/epd

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