Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Renten für langjährig Versicherte deutlich gestiegen
Mehr Welt Politik Renten für langjährig Versicherte deutlich gestiegen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 22.07.2021
Wie haben sich die Renten in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?
Wie haben sich die Renten in den vergangenen zehn Jahren entwickelt? Quelle: imago/blickwinkel
Anzeige
Berlin

Die Renten von langjährig Versicherten sind in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen. Die Durchschnittsrente derjenigen, die mindestens 35 Versicherungsjahre aufweisen und neu in die Altersrente gekommen sind, lag im Jahr 2010 noch bei 962 Euro und im Jahr 2020 bei 1290 Euro. Der Anstieg in diesem Zeitraum lag damit bei 34 Prozent. Das geht aus Zahlen der Deutschen Rentenversicherung hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegen. Im Westen belief sich der Anstieg demnach auf 29, im Osten sogar auf 50 Prozent.

„Diese positive Entwicklung stärkt die gesetzliche Rente als zentrale Säule der Alterssicherung in Deutschland“, sagte ein Sprecher der Deutschen Rentenversicherung dem RND. Der wichtigste Grund für die Steigerungen sind die Rentenerhöhungen in den vergangenen Jahren.

Mehr Frauen mit langen Erwerbszeiten

Gleichzeitig hat der Anteil der Rentnerinnen und Rentner, die mindestens 35 Jahre an Versicherungszeiten haben, zugenommen. Waren es im Jahr 2010 noch 65 Prozent der Neuzugänge in die Altersrente, die auf entsprechend viele Versicherungsjahre kamen, so waren es zehn Jahre später 72 Prozent. Dies ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass mehr westdeutsche Frauen als früher auf entsprechend lange Erwerbszeiten kommen.

Die Zehn-Jahres-Zahlen zeigen deutlich den langfristigen Anstieg bei den Renten, obwohl es im Jahr 2021 erstmals seit Langem für viele Rentner eine Nullrunde gegeben hat. Aufgrund des Corona-Einbruchs und der wirtschaftlichen Folgen stagnieren in diesem Jahr die Renten im Westen. Im Osten sind sie zum 1. Juli um 0,7 Prozent gestiegen.

Die Regeln für die Rentenerhöhung

In den Jahren zuvor waren die Renten zehnmal in Folge erhöht worden. Auch im Juli 2020 waren die Bezüge der Rentner trotz Wirtschaftskrise, Kurzarbeit und steigender Arbeitslosigkeit noch einmal spürbar gestiegen. Das liegt daran, dass sich die Rentenanpassung nach den geltenden Regeln jeweils an der Lohnentwicklung des Vorjahres orientiert. So erklärt sich auch die weitgehende Nullrunde für Rentner in 2021.

Mehr zum Thema

Klima, Rente, Bildung: Warum sich die Politik so schwer mit langfristigen Lösungen tut

Rente: Experten warnen vor „schockartig steigenden Finanzierungsproblemen“

Wer profitiert von der Grundrente?

Für das kommende Jahr rechnet die Deutsche Rentenversicherung wieder mit steigenden Renten. „Steigen die Löhne in diesem Jahr wie erwartet, wird es im nächsten Jahr voraussichtlich wieder eine positive Rentenanpassung geben“, hat die Vorstandsvorsitzende der Rentenversicherung, Anja Piel, bei einer Bundesvertreterversammlung im Juni angekündigt. Nach derzeitigen Vorausberechnungen soll gleichzeitig der Beitragssatz von 18,6 Prozent im Jahr 2022 konstant bleiben. „2023 könnte eine kleine Anhebung auf 18,7 Prozent erforderlich sein“, so Piel.

Von Tobias Peter/RND

Der Artikel "Renten für langjährig Versicherte deutlich gestiegen" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.