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Politik Reaktionen zum Papst-Rücktritt
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18:33 11.02.2013
Angela Merkel dankte Papst Benedikt XVI. am Montagmittag für seine Zeit als katholisches Kirchenoberhaupt. Quelle: dpa
Hannover/Rom

Joachim Gauck, Bundespräsident:
Gauck hat den scheidenden Papst Benedikt XVI. als Mann mit großer Weisheit und menschlicher Bescheidenheit gewürdigt. Für seinen Rücktrittsentschluss seien "großer Mut und Selbstreflektion" vonnöten, sagte Gauck am Montag in Berlin. "Beides findet meinen außerordentlichen Respekt", betonte Gauck. "In Benedikts Wirken verbinden sich hohe theologische und philosophische Bildung mit einfacher Sprache und mit Menschenfreundlichkeit." Deswegen hätten viele Menschen, nicht nur Katholiken, in seiner Person, seinen Schriften und Ansprachen Orientierung und Ermutigung zum Glauben gefunden. Der Papst sei der ganzen Welt verpflichtet gewesen, sei aber im Herzen immer seiner Heimat verbunden geblieben, sagte Gauck weiter. Unvergessen seien auch seine Besuche in Deutschland gewesen, vor allem seine leidenschaftliche und nachdenkliche Rede im Bundestag. "In Respekt vor seinem Entschluss wünschen wir ihm einen erfüllten und gesegneten Lebensabend", schloss Gauck sein Statement.

Erzbischof Robert Zollitsch, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz:
"Wir deutschen Bischöfe danken dem Heiligen Vater für seinen Dienst auf dem Stuhl Petri und sind erfüllt von großem Respekt und von Bewunderung für seine Entscheidung", hieß es in einer in Bonn veröffentlichten Erklärung.

Bundeskanzlerin Angela Merkel:
Merkel hat Papst Benedikt XVI. für dessen Arbeit als Kirchenoberhaupt gedankt. Sie äußerte am Montag in Berlin "allerhöchsten Respekt" für dessen Rücktrittsentscheidung. Die Kanzlerin fügte hinzu, Benedikt XVI. "ist und bleibt einer der bedeutendsten religiösen Denker unserer Zeit".

Nikolaus Schneider, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD):
"Ich wünsche Papst Benedikt nun von ganzem Herzen erfüllte Jahre, die er ohne die Bürde des Amtes verleben möge."

Probst Martin Tenge, Hannover:
"Ich wünsche mir einen jungen, dynamischen und menschennahen Papst; einen, der in dieser globalisierten Welt die Probleme wahrnimmt und ernst nimmt."

Italiens Ministerpräsident Mario Monti:
"Ich bin sehr erschüttert über diese unerwartete Nachricht", sagte er nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa in Mailand.

David Cameron, britischer Premierminister:
"Er hat unermüdlich gearbeitet, um die Beziehungen zwischen Großbritannien und dem Heiligen Stuhl zu stärken", sagte Cameron. "An seinen Besuch in Großbritannien 2010 wird mit großem Respekt und Zuneigung erinnert werden. Er wird als spiritueller Führer von Millionen vermisst werden."

Warschauer Kardinal Kazimierz Nycz:
"Das ist sehr schade", sagte der sichtlich überraschte Bischof. "Benedikt XVI. ist ein Papst, der intellektuell und als Geistlicher viel aufweist und die Kirche in eine gute Richtung geführt hat. Wenn er diese Entscheidung gemacht hat, hatte er sicher seine Gründe."

Stephan Weil, Oberbürgermeister von Hannover und designierter niedersächsischer Ministerpräsident: ,,Papst Benedikt drücke ich meinen tief empfunden Respekt aus für seine beeindruckende Lebensleistung. Ich wünsche mir, dass auch sein Nachfolger dem Frieden, der Mitmenschlichkeit und der Bewährung der Schöpfung eine Stimme gibt." Stefan Wenzel, Fraktionschef der Grünen im niedersächsischen Landtag und designierter Umweltminister: "Vom neuen Papst erhoffe ich mir mehr Reformen, mehr Realismus und mehr Lebensnähe."

Hans Küng, Theologe und Papst-Kritiker:
"Zu hoffen ist, dass Ratzinger nicht Einfluss auf die Wahl seines Nachfolgers nimmt", betonte der 84-Jährige. Allerdings habe Benedikt XVI. in seiner Amtszeit so viele Konservative Kardinäle berufen, dass unter ihnen kaum eine Person zu finden sei, "die die Kirche aus ihrer vielschichtigen Krise herausführen könnte".

Prof. Peter Antes, Religionswissenschaftler:
"Ich erwarte, dass der neue Papst eine klare Linie der Öffnung verfolgt und sich den Fragen der Zeit stellt. Dazu gehören eine Abgrenzung zu den Pius-Brüdern, eine Rückbesinnung auf die Reformvorstellungen des II. Vatikanischen Konzils und ein verstäktes Engagement im interreligösen Dialog und der Ökumene."

Bernd Busemann (CDU), Justizminister und designierter Landtagspräsident:
"Der neue Papst sollte die Vertrauenskrise zwischen der Schar der Gläubigen und der Amtskirche erkennen und diese beheben. Und die Frage des Zöllibats muss geklärt werden, sonst stirbt das priesterliche Leben ab - und ohne Priester gibt es nun mal keine funktionierende Kirche."

Prof. Christian Pfeiffer, Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Hannover:
"Ich wünsche mir, dass der neue Papst dort anknüpft, wo Papst Johannes XXIII. mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil aufgehört hat. Das war ein großartiger Papst, aber seither hat sich die katholische Kirche nicht mehr bewegt. Sie hat sich nicht geöffnet, sondern sie hat den Kopf in den Sand gesteckt. Nun sollte die katholische4 Kirche wieder an den Mut und an die Ökumene anknüpfen, die es früher einmal gab." 

Matthias Brodowy, Kabarettist:
"Ich hoffe auf einen Papst, der aus einem armen Land kommt - und zwar ein Nichteuropäer, etwa aus Afrika. Dieser würde eine ganz andere Dimension der Seelsorge haben. Und ich hoffe, dass nicht der Konservativste unter den Kardinälen gewählt wird." 

Maria Flachsbarth, CDU-Bundestagsabgeordnete aus Hannover:
"In Deutschland gibt es eine Tendenz dahin, dass sich der Glauben verflüchtigt und die Gesellschaft ihre christlichen Wurzeln verliert. Ich hoffe, dass der zukünftige Papst diese Herausforderungen erkennt und mit Weisheit Antworten darauf findet."

dl/dpa/dapd

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