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Politik Rakete trifft Haus nahe Tel Aviv, Netanjahu kündigt „Aktionen“ an
Mehr Welt Politik Rakete trifft Haus nahe Tel Aviv, Netanjahu kündigt „Aktionen“ an
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11:00 25.03.2019
Ein Polizist inspiziert ein beschädigtes Haus, nachdem es von einer Rakete getroffen wurde. Quelle: Ariel Schalit/AP/dpa
Tel Aviv

Ein Haus nordöstlich der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv ist am Montag nach Polizeiangaben direkt von einer Rakete getroffen worden. Dabei wurden in der Ortschaft Mischmeret nach Angaben von Sanitätern sieben Menschen verletzt, unter ihnen auch drei Kinder.

Das Haus wurde der Polizei zufolge schwer beschädigt und ging in Flammen auf. Eine Armeesprecherin in Tel Aviv bestätigte, man habe einen Raketenabschuss aus dem Gazastreifen festgestellt. In der israelischen Gemeinschaftssiedlung habe es kurz vor dem Einschlag Raketenalarm gegeben.

Ungewöhnlich weite Flugbahn des Geschosses

Militante Palästinenser feuern häufig Raketen auf das Grenzgebiet um den Gazastreifen ab. Es ist jedoch ungewöhnlich, dass ein Geschoss so weit entfernt von dem Küstenstreifen einschlägt. Mischmeret ist gut 100 Kilometer von dem Palästinensergebiet entfernt.

Das Haus wurde von der Rakete zerstört. Quelle: Ariel Schalit/AP/dpa

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu will angesichts des Raketenbeschusses seine US-Reise verkürzen. „Es gab hier einen bösartigen Angriff auf den Staat Israel, und wir werden mit Nachdruck reagieren“, sagte er am Montag nach Angaben seines Büros.

„Angesichts der sicherheitspolitischen Vorfälle habe ich beschlossen, meinen Besuch in den USA zu verkürzen.“ Er wolle direkt nach einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump zurückreisen, „um unsere Aktionen aus der Nähe zu leiten“.

Drei Kinder unter den Verletzten, Polizei sperrte das Gebiet ab

Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom waren unter den Verletzten auch drei Kinder - ein Baby, ein dreijähriges Kleinkind und eine Zwölfjährige. Eine 60 und eine 30 Jahre alte Frau seien unter anderem durch Raketensplitter verletzt worden. Zudem würden einige Menschen wegen Schocks behandelt. Die Polizei sperrte das Gebiet ab.

Der überraschende Angriff erfolgte mitten im israelischen Wahlkampf, zwei Wochen vor der Parlamentswahl. Die Partei Die Neue Rechte teilte nach dem Raketenangriff mit: „Man muss ehrlich sagen: „Netanjahu ist gegenüber der (radikalislamischen Palästinenserorganisation) Hamas gescheitert. Die Freilassung von Terroristen, die Angst davor, die Häuser von Terroristen zu zerstören, die Beschwichtigungspolitik gegenüber den Raketenangriffen im Süden - all dies hat dazu geführt, dass die Hamas keine Angst mehr vor Israel hat.“

Es ist selten, dass Raketen auf israelischem Boden einschlagen. Quelle: AP Photo/Ariel Schalit

Am 14. März hatte es den ersten palästinensischen Raketenangriff auf die Küstenmetropole Tel Aviv seit dem Gaza-Krieg 2014 gegeben. Daraufhin hatte Israels Luftwaffe rund 100 Ziele in dem Palästinensergebiet am Mittelmeer bombardiert. Damals hieß es, die beiden Geschosse seien versehentlich aus dem Gazastreifen abgefeuert worden.

Gewaltsame Auseinandersetzungen an der Grenze

Der Konflikt mit der im Gazastreifen herrschenden Hamas hatte sich zuletzt wieder verschärft. An der Grenze zu Israel kommt es wieder verstärkt zu teilweise gewaltsamen Protesten.

Am Sonntagabend hatten israelische Panzer nach Armeeangaben Hamas-Posten in dem Palästinensergebiet beschossen. Militante Palästinenser hätten zuvor Flugkörper mit Sprengsätzen nach Israel geschickt und Soldaten an der Grenze mit Sprengsätzen beworfen.

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Seit Beginn der Proteste vor einem Jahr sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums an der Gaza-Grenze mehr als 260 Palästinenser getötet und Tausende verletzt worden. Die Demonstranten fordern unter anderem ein Ende der seit mehr als einem Jahrzehnt andauernden Blockade des Palästinensergebiets am Mittelmeer.

Israel und Ägypten begründen die Blockade mit Sicherheitsinteressen. Die Hamas wird von der EU, Israel und den USA als Terrororganisation eingestuft. In dem Küstenstreifen leben rund zwei Millionen Menschen unter schwierigen Bedingungen. Es mangelt unter anderem an Trinkwasser und Strom.

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Von RND/dpa/ngo

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