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Politik Putin und Xi fehlen bei G20-Sondergipfel – China fordert Aufhebung aller Sanktionen gegen Afghanistan
Mehr Welt Politik Putin und Xi fehlen bei G20-Sondergipfel – China fordert Aufhebung aller Sanktionen gegen Afghanistan
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18:18 12.10.2021
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Der russische Staatspräsident Wladimir Putin empfängt seinen Amtskollegen aus China, Xi Jinping, während des Wirtschaftsforums in Wladiwostok. (Archivfoto)
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Peking/Moskau

Die Präsidenten Russlands und Chinas, Wladimir Putin und Xi Jinping, haben nicht persönlich an dem virtuellen Sondergipfel der Gruppe der führenden Industrienationen (G20) zu Afghanistan teilgenommen. Das bestätigten beide Regierungen am Dienstag in Peking und Moskau.

Chinas Staats- und Parteichef ließ sich von Außenminister Wang Yi vertreten, während sich für Russland nur der Vize-Außenminister Igor Morgulow und der Afghanistan-Beauftragte Samir Kabulow zuschalteten.

Als amtierender G20-Präsident hatte der italienische Ministerpräsidenten Mario Draghi eigentlich die Staats- und Regierungschefs eingeladen, zwei Monate nach dem Fall Afghanistans an die militant-islamistischen Taliban über die Zukunft des Landes am Hindukusch zu beraten. Im Anschluss an das digitale Treffen sagte Draghi, er glaube nicht, dass außenpolitische Gründe hinter dem Fernbleiben der beiden Präsidenten gestanden hätten.

Ein zentraler Aspekt der Beratungen ist, wie das Ausland mit den Taliban in Afghanistan umgeht. China und Russland spielen eine wichtige Rolle, da sie den Islamisten schon früh ihre Unterstützung angeboten haben und wenig Berührungsängste zeigen.

Russlands Präsident Putin und Außenminister Sergej Lawrow könnten wegen verschiedener anderer Termine nicht an dem G20-Treffen teilnehmen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Darüber sei die italienische Seite vorab informiert worden.

China fordert Aufhebung aller Sanktionen gegen Afghanistan

China forderte die Aufhebung aller Sanktionen gegen Afghanistan und internationale humanitäre Unterstützung für das Land. Außenminister Wang Yi sagte, die Gruppe der führenden Industrienationen (G20) müsse die Souveränität, Unabhängigkeit und territoriale Integrität des Landes respektieren.

Die G20 solle „das afghanische Volk über sein Schicksal entscheiden lassen“, zitierte ihn das Staatsfernsehen aus den Beratungen der Staats- und Regierungschefs. Ein Land sollte seinen Entwicklungspfad selber wählen. Ihm Ideologie und militärische Intervention aufzuzwingen, um sich in innere Angelegenheiten einzumischen, führe nur zu ständigen Turbulenzen und schwerem humanitären Unglück.

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Die internationale Gemeinschaft solle „auf rationale und pragmatische Weise“ mit Afghanistan umgehen. Dem Land müsse geholfen werden, eine „inklusive politische Struktur“ und eine vernünftige Innen- und Außenpolitik aufzubauen, sagte Wang Yi.

Die Lösung der Afghanistan-Frage sei, das Land zu unterstützen, einen friedlichen Wiederaufbau und eine gute wirtschaftliche und soziale Entwicklung zu verwirklichen. Internationale Finanzinstitutionen sollten ihre Hilfe für Afghanistan ausweiten, um die Armut zu bekämpfen und Infrastruktur aufzubauen.

Das Land müsse sich aber vom Terrorismus fernhalten, forderte Wang Yi. Er bezog sich damit offensichtlich auf die Sorge Chinas, dass die islamistischen Taliban möglicherweise weiter terroristische Gruppen unterstützen könnten, die in der nordwestchinesischen Grenzregion Xinjiang für eine Unabhängigkeit eintreten.

RND/dpa

Der Artikel "Putin und Xi fehlen bei G20-Sondergipfel – China fordert Aufhebung aller Sanktionen gegen Afghanistan" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.