Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Protestwelle im Iran ist nicht zu stoppen
Mehr Welt Politik Protestwelle im Iran ist nicht zu stoppen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:03 17.06.2009
Oppositionsanhängern demonstrieren am Mittwoch in Teheran erneut gegen das Ergebnis der Präsidentenwahl. Quelle: afp

Anhänger des unterlegenen Oppositionskandidaten Mir Hossein Mussawi blockierten im Zentrum der Hauptstadt Straßen und Plätze und forderten eine Wiederholung der Wahl. Nach Augenzeugenberichten trugen sie grüne und schwarze Kleidung – Grün als Farbe der Opposition, Schwarz zum Zeichen der Trauer für die in den Vortagen ums Leben gekommenen Demonstranten.

Augenzeugen schätzten die Zahl der Teilnehmer auf mehr als 100.000. Ein massives Polizeiaufgebot sicherte die Innenstadt. Es war der fünfte Tag in Folge, an dem die Opposition gegen den ultrakonservativen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad und dessen offiziellen Wahlsieg demonstrierte. Die größte Protestwelle seit der Islamischen Revolution vor 30 Jahren hat neben Teheran längst auch andere Städte des Landes erfasst.

Wegen der Zensur ist die Berichterstattung schwierig. Die Behörden nahmen unterdessen mindestens zehn Journalisten fest. Auch mehrere iranische Reformpolitiker wurden verhaftet.

Die Revolutionsgarden im Iran haben Betreiber regierungskritischer Internetseiten vor Strafverfolgung gewarnt. Die Garden, die hinter Ahmadinedschad stehen, erklärten, „Informationen, die zu Spannungen führen“, müssten aus dem Internet genommen werden.

Die US-Regierung hat einem Zeitungsbericht zufolge Twitter wegen seiner Rolle bei den Protesten im Iran gebeten, Wartungsarbeiten zu verschieben. „Wir haben ihnen klargemacht, dass sie eine wichtige Form der Kommunikation darstellen“, sagte ein hoher Beamter des US-Außenministeriums der „Washington 
Times“. Die Bundesregierung hat ihre Kritik am gewaltsamen Vorgehen iranischer Sicherheitskräfte gegen Demonstranten untermauert. Die Regierung fordere den Iran auf, das Demonstrationsrecht und das Recht auf freie Meinungsäußerung sowie eine freie Medienberichterstattung zu gewährleisten, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm am Mittwoch in Berlin. Die verhafteten Demonstranten müssten unverzüglich freigelassen werden.

Der Iran hat den deutschen Botschafter und eine Reihe weiterer ausländischer Diplomaten in Teheran einbestellt, um gegen die angeblich „feindseligen“ Reaktionen nach der Präsidentenwahl zu protestieren. Wie die amtlichen iranischen Medien gestern berichteten, wurden auch die Botschafter Großbritanniens, Italiens, der Niederlande und Tschechiens, das gegenwärtig den EU-Ratsvorsitz innehat, ins Außenministerium zitiert.

Martin sieht den Burn-Out im Hörsaal kommen. „Abwrackprämie für eure Kinder - mit 23 ausgebrannt“ steht auf einem weißem Transparent, das er gemeinsam mit einem Freund über den Platz vor dem Roten Rathaus in Berlin schleppt. Martin ist 23 - und fühlt sich entsprechend abgewrackt.

17.06.2009

Das Auswärtige Amt bemüht sich weiter intensiv um eine Aufklärung des Schicksals einer im Jemen vermissten deutschen Familie. Man müsse weiter davon ausgehen, dass sich die fünf vermissten Deutschen und eine weitere westliche Person in der Hand von skrupellosen Gewalttätern befinden.

17.06.2009

Rund 20 Jahre nach dem Fall der Mauer haben Bundesregierung und Bundestag an die Bedeutung des Volksaufstandes in der DDR am 17. Juni 1953 für die friedliche Revolution 1989 erinnert.

17.06.2009