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Politik Proteste gegen Corona-Politik in Berlin und Frankfurt – auch Gegendemonstrationen
Mehr Welt Politik Proteste gegen Corona-Politik in Berlin und Frankfurt – auch Gegendemonstrationen
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16:58 22.11.2020
Teilnehmer einer Demonstration, die als "Schweigemarsch" bezeichnet wird und sich gegen die Corona-Politik der Bundesregierung richtet, haben sich an der Bornholmer Brücke versammelt. Quelle: Annette Riedl/dpa
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Berlin

Gegen die staatlichen Corona-Beschränkungen sind in Berlin nach Schätzungen der Polizei am Sonntag rund 1000 Menschen auf die Straße gegangen. Die Zahl der Gegendemonstranten entlang der Route bezifferte eine Sprecherin der Polizei auf mehrere Hundert. Gegendemonstranten hätten immer wieder versucht, den als «Schweigemarsch» bezeichneten Aufzug etwa mit Blockaden zu stören. Es sei vereinzelt zu vorläufigen Festnahmen gekommen.

Die Teilnehmer des «Schweigemarsches», zu dem 5000 Menschen angemeldet waren, erreichten am Nachmittag die Alexanderstraße. Dort sollte der Aufzug enden. Rund 600 Polizisten waren am Sonntag in Berlin wegen der Demonstrationen im Einsatz.

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Die Demonstranten, die in Prenzlauer Berg starteten, hielten sich der Polizei zufolge weitgehend an die Maskenpflicht. Vereinzelt seien Strafanzeigen geschrieben worden. Bei vorgezeigten Attesten, die von der Maskenpflicht befreien sollten, habe es den Verdacht gegeben, dass sie nicht echt seien, sagte die Sprecherin der Polizei.

An der Strecke standen immer wieder lärmende Menschen mit Kochtöpfen, die den Aufzug stören wollten. Gelegentlich ertönten „Nazis raus“-Rufe. Auf Balkonen waren Transparente zu sehen unter anderem mit der Aufschrift: „klar denken statt quer denken. Kein Platz für Corona-Leugner und Nazis.“

Polizisten stehen den Demonstranten, die gegen den als "Schweigemarsch" bezeichneten Protestzug gegen die Corona-Politik mit einer Sitzblockade protestieren, auf der Bornholmer Straße gegenüber. Quelle: Fabian Sommer/dpa

Vermutlich aus Gruppen von Gegendemonstranten kam es kurzzeitig zu einer Sitzblockade und vereinzelt zu kleineren Rangeleien mit der Polizei. An der Schönhauser Allee versammelten sich nach ersten Schätzungen um die 200 bis 300 Menschen, die gegen den „Schweigemarsch“ demonstrierten.

Zu Forderungen der „Schweigemarsch“-Demonstranten zählen mehr Selbstbestimmung im Kampf gegen die Pandemie, weniger Einschränkungen durch Regierungsverordnungen und ein Verzicht auf Impfungen.

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Am Samstag war zudem Leipzig Schauplatz für Proteste von Gegnern der Corona-Politik und Gegendemos geworden. In Berlin hatten am vergangenen Mittwoch mehrere Tausend Menschen am Brandenburger Tor gegen die Corona-Politik protestiert. Wasserwerfer waren im Einsatz. Es gab nach Polizeiangaben 365 vorläufige Festnahmen, 77 Polizisten wurden verletzt.

Friedliche Demonstration in Frankfurt

Auch in Frankfurt haben nach Polizeiangaben etwa 1000 Menschen gegen die staatlichen Corona-Beschränkungen protestiert. Die rund zweistündige, angemeldete Kundgebung am Sonntag, die am Mainufer startete und durch die Innenstadt ging, sei friedlich verlaufen, sagte ein Polizeisprecher. Die Teilnehmer hätten der Aufforderung der Sicherheitskräfte Folge geleistet, Masken zu tragen und ausreichend Abstand zu halten.

RND/dpa

Der Artikel "Proteste gegen Corona-Politik in Berlin und Frankfurt – auch Gegendemonstrationen" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.