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13:21 19.08.2014
Journalisten erinnerte das Vorgehen der hochgerüsteten Polizei an Kriegstaktik. Quelle: dpa
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St. Louis

Mit Tränengas und Blendgranaten ist die Nationalgarde in der US-Kleinstadt Ferguson gegen Randalierer bei Protesten gegen den Tod eines schwarzen Jugendlichen vorgegangen. In der Nacht zum Dienstag kam es in der Stadt in Missouri erneut zu vereinzelten Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Dabei kam es auch zur Festnahme von Journalisten.

Als Randalierer mit Glas- und Plastikflaschen warfen und versuchten, eine Straße zu blockieren, setzte die Polizei nach Meldungen des US-Senders CNN Tränengas und Blendgranaten ein. In der Menge seien auch Schüsse gefallen. Zwei Menschen seien verletzt worden, berichtete die Zeitung „St. Louis Post-Dispatch“.

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Mindestens 31 Menschen wurden festgenommen, wie der Polizist Ron Johnson berichtete. Er rief die Bürger auf, in Zukunft tagsüber zu demonstrieren, um sich von Provokateuren abzusetzen. Die Provokateure kämen aus anderen US-Staaten angereist, um Unruhe zu stiften.

Journalisten erinnerte das Vorgehen der hochgerüsteten Polizei an Kriegstaktik. Polizisten hätten vom Dach gepanzerter Fahrzeuge aus ihre Waffen auf Demonstranten gerichtet.

US-Präsident Barack Obama sagte zum Vorgehen der Ordnungshüter in den vergangenen Tagen: „Es gibt keine Entschuldigung für unverhältnismäßige Härte der Polizei.“ Justizminister Eric Holder werde an diesem Mittwoch nach Ferguson reisen, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Der US-Präsident hatte seinen Urlaub auf der Insel Martha's Vineyard zwei Tage lang für die Regierungsarbeit in Washington unterbrochen. Holder hatte ihn über die Lage in Ferguson informiert. Das Justizministerium und das FBI ermitteln derzeit, wie es zum Tod des 18-jährigen Michael Brown vor zehn Tagen kam.

Bei der Berichterstattung über die Proteste wurden drei deutsche Journalisten von der Polizei festgenommen. Während zwei bald wieder freikamen, sollte der dritte, Lucas Hermsmeier von der „Bild“-Zeitung, nach Angaben des Blattes am Dienstag in das Gefängnis von St. Louis gebracht werden. Hermsmeier stehe bereits im Computersystem. „Wann genau er eintreffen wird, wissen wir aber nicht“, sagte ein Gefängnismitarbeiter der Zeitung.

dpa

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